Schweizer Aktien und CHF, Juni 2012

  • Rückblick

    Nun, "Sell in May" ist vorbay! Wer seine Ernte noch nicht eingebracht hat, der ist zu bedauern. Seine reifen Kartoffeln verfaulen in der Erde, seine schönen Aepfel verdörren an den Bäumen oder werden von Wespen und Würmern gefressen!

    Wohl aber dem, der seine Ernte zur richtigen Zeit in seine Scheunen eingebracht hat. Sie brachten ihm reichlichen Gewinn und sind der Lohn seiner harten Arbeit.

    Nun kann es der Bauer etwas gemütlicher nehmen und den harten Winter auf der Ofenbank genüsslich verstreichen lassen. So auch der Investor. Von Juni bis September kann er die warme Sonne geniessen. Wie der Bauer den Schneeflocken nachschaut, vom warmen Küchenfenster aus, so sieht der Investor in den Medien die Börsen- und allerlei andere Kurse purzeln.

    Rückblick Mai

    Ja, wie letztes Jahr wäre es auch 2012 besser gewesen, seine Aktien schon im Februar oder spätestens im April abgestossen zu haben. Die Aktien weltweit haben sich im Mai um ca. 5% verbilligt, Erdöl um ca. 20% und der €/CHF zum $ um ca. 10%!

    Ausblick

    Zwischen Oktober und April waren die Relationen €-CHF-$ wie festgezurrt. Die Aktienmärkte stiegen überall. Jetzt sind wir schon wieder mitten in Turbulenzen. Der Markt schafft sich nun ein neues Gleichgewicht, das dann wieder von Oktober 2012 bis April/Mai 2013 zur Konstante wird. Am Besten, man hält sich jetzt da raus, aber beobachtet scharf, was da gespielt wird.

    Ich denke der Oelpreis sinkt auch, da der Iran keine Rolle mehr spielt. Er wurde vom Weltmarkt praktisch abgeschnitten. Ob er sein Oel auf den Markt wirft oder nicht, ist irrelevant geworden.

    Eine Frage ist auch, wann die Notenbanken wieder Geld verteilen. Das würde Gold im Besondern und allem andern vorübergehend auch wieder Schub verleihen.

    Ausblick Juni

    In June the markets swoon. Ein erstes Müsterchen haben wir heute vorgeführt bekommen: DAX -3.5%, S&P -2.5%, Oel -3.5%, Gold +4.5%, US Treasuries bei 1.45%! Gold scheint die Normal-Reaktion der Notenbanken schon vorwegzunehmen.

    Nicht den Fehler machen schon jetzt, viel zu früh, zu viel Aktien zu kaufen! Nicht ohne sehr gute Handschuhe in das jetzt fallende Messer greifen!

    Schönen Winter wünsche ich Euch, viel Vergnügen auf dem Ofenbänkli, bzw. (wenn Ihr nicht in Neuseeland wohnt) schöne Ferien auf der Trauminsel!

  • Mir ist jetzt nicht ganz klar, was Du dem Aktionär empfehlen willst:
    Anfang Mai waren wir beide uns einig, dass die Märkte sinken würden und damit hatten wir auch beide recht.
    Ich behaupte in meinem SMI im Juni, dass sich dieser Abwärtstrend noch bis etwa Ende Juli hinziehen wirst.
    Du nicht? Weil Du schreibst ja zu Beginn "Sell in May ist vorbei".
    Rechnest Du mit einer Sommerrally oder mit Seitwärtsbewegung bis kurz vor den Wahlen?

  • Das Verlinken in das Baby-Forum ist hier gänzlich unerwünscht, auch mitten in der Nacht! :new_russian:

  • MarcusFabian hat am 02.06.2012 - 01:50 folgendes geschrieben:

    Quote

    Mir ist jetzt nicht ganz klar, was Du dem Aktionär empfehlen willst:
    Anfang Mai waren wir beide uns einig, dass die Märkte sinken würden und damit hatten wir auch beide recht.
    Ich behaupte in meinem SMI im Juni, dass sich dieser Abwärtstrend noch bis etwa Ende Juli hinziehen wirst.
    Du nicht? Weil Du schreibst ja zu Beginn "Sell in May ist vorbei".
    Rechnest Du mit einer Sommerrally oder mit Seitwärtsbewegung bis kurz vor den Wahlen?

    Mit "Sell in May ist vorbei" meine ich, dass die letzte Gelegenheit mit Profit zu Verkaufen nun wohl vorbei ist. Wer jetzt noch Aktien im Portfeuille hat, hat verloren und steckt jetzt im Morast (oder schmort in der Hölle, mit religiösen Worten verziert). Er kann nun nur noch halten bis nächsten Mai 2013 oder panikartig not-verkaufen.


    Ich denke der Abwärtstrend wird anhalten mindestens bis zu den Wahlen in Griechenland Mitte Juni oder bis zum nächsten QE der Nationalbanken. Ich nehme an, dass wir im September Tiefstkurse sehen werden, wie jedes Jahr.

  • in_God_we_trust hat am 02.06.2012 - 10:03 folgendes geschrieben:

    Quote


    Mit "Sell in May ist vorbei" meine ich, dass die letzte Gelegenheit mit Profit zu Verkaufen nun wohl vorbei ist. Wer jetzt noch Aktien im Portfeuille hat, hat verloren und steckt jetzt im Morast (oder schmort jetzt in der Hölle, mit religiösen Worten beschrieben). Er kann jetzt nur noch halten bis nächsten Mai 2013 oder panikartig not-verkaufen.


    Ich denke der Abwärtstrend wird anhalten mindestens bis zu den Wahlen in Griechenland Mitte Juni oder bis zum nächsten QE der Nationalbanken. Ich nehme an, dass wir im September Tiefstkurse sehen werden, wie jedes Jahr.

    Ich habe in diesem lausigen Mai immerhin mit kleinem Einsatz ganz schön verdient! Es kommt eben auch auf die Aktienauswahl an. Wenn der Gesamtmarkt sinkt, heisst das noch lange nicht, dass gleich sämtliche Aktien weltweit sinken. In solchen Phasen kommt es auf die richtige Auswahl an und man sollte mehr auf Nebenwerte achten, die nicht immer gleich von einem grossen Abwärtsstrudel erfasst werden. Werte in grossen Indizies leiden jedoch immer alle, da Aktienfonds dann rigoros verkaufen müssen, um den Stand abzubilden!


    Ja gebe dir insofern Recht, dass ich im Juni das Jahrestief erwarte und nach GREXIT kann es noch zu einem kurzen Sell-Off kommen. Aber insgesamt bin ich für dieses Jahr noch recht zuversichtlich. Du vergisst in deiner Analyse, dass im Nov. in USA gewählt wird. Immer in solchen Jahren werden Statistiken gefälscht, dass sich die Balken biegen und Geld gedruckt bis die Maschinen glühen. Der Präsident will wieder gewählt werden und mit extrem hoher Arbeitslosigkeit und lausigen Aktienmärkten schafft er das garantiert nicht. Daher wird ziemlich sicher im Juni QE3 kommen und nicht erst im September, das wäre zu spät, um noch was zu bewirken. Die EZB wird ebenfalls den Euro mit Garantie nicht schon dieses Jahr scheitern lassen, vorher wird man Noten aus Jumbos abwerfen! Das wird wie immer auch die Aktienmärkte beflügeln, ebenso auch Edelmetalle und entsprechend die Minenaktien.


    Nein, die rabenschwarzen Zeiten sehe ich erst 2013 bis 2014, da vermutlich dann der Tiefpunkt. Die quasi US-Erholung wird sich dann als Phatamorgana entpuppen, nach den Wahlen wird die extreme Überschuldung der USA wieder in den Blickpunkt rücken, auch die massiven Probleme in Europa und China werden sich dann nicht mehr mit dieser enormen Lügenpropaganda mehr übertünken lassen und dann dürfte es dann ziemlich übel werden. Dann dürften dann auch grössere Länder bankrott gehen mit den entsprechenden Folgen. Es trifft sich auch, dass alle Konjunkturzyklen genau 2014 enden, bzw. ihren Tiefpunkt haben. Dann dürften dann weltweit Währungsreformen folgen, oder allenfalls dürfte auch noch ein grösserer Krieg ausbrechen. Krieg ist immer ein beliebtes Mittel, um die Bevölkerung ruhig zu stellen, Probleme in den Hintergrund zu rücken und auch um die Konjunktur wieder anzuschieben.


    Nun, wir werden sehen... ich sehe als Tiefpunkt im Juni beim DJ 11300, beim Dax ca. 5500. Danach dürfte es stabil bis Dez. aufwärts gehen. Dann sollte man dann aber wieder ans definitive Verkaufen der Aktien denken und Goldbarren zu Hause einlagern!

  • Also in einem Punkt sind wir drei uns einig: Die Ankündigung von QE3 wird logischer Weise zugleich den Tiefstand der Aktienmärkte bedeuten.
    Was nichts mit den Aktienmärkten zu tun haben wird, denn der Dollar wird einfach gegen alles andere geschwächt: Aktien, Rohstoffe, Edelmetalle ...


    Wegen des Zeitpunktes von QE3 stehen drei Termine (FOMC Meetings) zur Auswahl:


    20. Juni, 1. August und 13. September.


    Natürlich könnte QE3 auch irgend wo dazwischen beschlossen werden aber das müsste dann in einer Not-Sitzung geschehen und hätte somit negative psychologische Wirkung.

    20. Juni halte ich für zu früh. Das sind nur 2 Arbeitstage (17.6. ist ein Sonntag) nach den Griechenland-Wahlen und ich meine, die Fed wird erst noch abwarten wollen, was Griechenland entscheidet und wie der Markt darauf reagiert. Wenn es zu keinem Notfall kommt, dürfte QE3 später kommen.


    1. August und 13. September würden beide noch rechtzeitig zu den Wahlen kommen. In Hinblick auf die Wahlen wäre der 13. September sogar besser, denn die Wahlen würden just in den Liquiditätsschub hinein stattfinden, den QE3 auslösen wird.
    Der 1. August würde Saisonal besser passen.


    Ausschlaggebend dürfte unter dem Strich sein, wie stark im nächsten Monat die Märkte fallen und der Dollar steigt.

  • Interessante Aussage von Oswald Grübel:


    " Ex-UBS-Chef Oswald Grübel schreibt in seiner Kolumne in der Zeitung «Der Sonntag», es sei «nur eine Frage der Zeit und der Entwicklung der Eurokrise», dass die Strategie des Mindestkurses aufgegeben werden müsse. Je früher die SNB dies tue, umso besser: «Je länger wir daran festhalten, umso höher wird der Preis, den wir alle dafür bezahlen.» "


    Ganz klar meine Meinung, die Untergrenze war nur kurzfristig gedacht, Mittel- und Langfristig kann diese die Schweiz in den Abgrund führen.

  • bJKer hat am 03.06.2012 - 09:56 folgendes geschrieben:

    Interessante Aussage von Oswald Grübel:

    " Ex-UBS-Chef Oswald Grübel schreibt in seiner Kolumne in der Zeitung «Der Sonntag», es sei «nur eine Frage der Zeit und der Entwicklung der Eurokrise», dass die Strategie des Mindestkurses aufgegeben werden müsse. Je früher die SNB dies tue, umso besser: «Je länger wir daran festhalten, umso höher wird der Preis, den wir alle dafür bezahlen.» "

    Ganz klar meine Meinung, die Untergrenze war nur kurzfristig gedacht, Mittel- und Langfristig kann diese die Schweiz in den Abgrund führen.

    Ich habe mich auch schon gefragt ob man dieses Geld, das man verwendet um den Franken zu schwächen, nicht besser in unsere Wirtschaft investieren würde. Eigentlich hätten wir doch noch genügend Infrastrukturaufgaben zu lösen, nötigenfalls auch auf Pump, das würde einerseits die Wirtschaft ankurbeln und den Franken auch schwächen. Aber in dem man Milliarden verlocht um den Franken zu schwächen, das ist doch sinnlos verbranntes Geld.

    Besser reich und gesund als arm und krank!

  • Kapitalist hat am 03.06.2012 - 11:38 folgendes geschrieben:

    Quote
    Aber in dem man Milliarden verlocht um den Franken zu schwächen, das ist doch sinnlos verbranntes Geld.

    Damit hast Du natürlich recht. Aber spielt das eine Rolle?


    Schlussendlich geht es doch um die Frage, was für uns wichtiger ist: Die Exportindustrie oder ein Buchgewinn in der SNB-Bilanz.
    Böse formuliert: Die SNB kann beliebig Franken drucken. Papiergeld ist ja gratis.


    Stellt sich höchstens die Frage, warum die SNB die gekauften Euros nur rumliegen lässt anstatt damit (z.B. über einen Staatsfonds) in Europa Sachwerte zu kaufen. Land, Aktien, etc.

  • MarcusFabian hat am 03.06.2012 - 16:45 folgendes geschrieben:

    Quote

    Stellt sich höchstens die Frage, warum die SNB die gekauften Euros nur rumliegen lässt anstatt damit (z.B. über einen Staatsfonds) in Europa Sachwerte zu kaufen. Land, Aktien, etc.

    ..wenn die SNB dann schon die rumliegenden Euros in Sachwerte tauscht,dann soll sie bitte auch gleich die rumliegenden Goldhaufen (..auch die im Ausland rumliegenden..) ebenfalls in renditebringende Sachwerte investieren . Aber das hatten wir ja schon einmal...:


    http://www.cash.ch/comment/447263#comment-447263



    weico

  • Sind Land, Aktien keine renditebringende Sachwerte?



    Gold zu kaufen wäre übrigens der aktuellen SNB-Politik abträglich, denn das würde den Franken stärken, nicht schwächen.

  • MarcusFabian hat am 03.06.2012 - 19:45 folgendes geschrieben:

    Quote

    Gold zu kaufen wäre übrigens der aktuellen SNB-Politik abträglich, denn das würde den Franken stärken, nicht schwächen.

    Gold zu kaufen...?????????? :wacko::stop:


    ..sie sollen das Gold VERKAUFEN ...



    weico

  • Gold verkaufen ...

    welches Gold, die Schweiz besitzt nichts physisches mehr, genauso wie die Amis! System: Weshalb etwas kaufen, wenn alles Leer verkaufen werden kann ohne es zu besitzen! Der reale Stresstest bringt uns alle noch ins schwitzen....



    :help:

    Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.

  • martinidrink hat am 03.06.2012 - 22:33 folgendes geschrieben:

    welches Gold, die Schweiz besitzt nichts physisches mehr, genauso wie die Amis! System: Weshalb etwas kaufen, wenn alles Leer verkaufen werden kann ohne es zu besitzen! Der reale Stresstest bringt uns alle noch ins schwitzen....

    smiley

    Die SNB hatte gemäss ihrer Bilanz per 31.12.2011 Gold im Wert von

    CHF 48.7 Mia.

    Das würde ich nicht eben als nichts bezeichnen.

  • Bei der Anpassung der Goldreserven an den aktuellen Kurs resultierte ja auch eine Riesengewinn für die SNB, allerdings ist es ja nur ein Buchgewinn gewesen.


    Aber die Goldblase, von der so oft geschrieben wurde, kommt definitiv nicht zum Platzen. Der Kilopreis liegt bereits wieder bei über 50k.


    Ein Gerücht, das in die Welt gesetzt wurde, um Kleinanleger vom Gold fernzuhalten und nochmals günstige Einkaufsmöglichkeiten für die grossen zu schaffen?


    Allerdings wenn der Goldpreis nochmals so ansteigt wie jetzt, macht mir das für den Aktienmarkt schon sorgen.

  • ponti2 hat am 04.06.2012 - 10:45 folgendes geschrieben:

    Quote

    Bei der Anpassung der Goldreserven an den aktuellen Kurs resultierte ja auch eine Riesengewinn für die SNB,

    Na ja, nicht wirklich: Der aktuelle Goldwert (1073tonnen) liegt bei Fr. 53.4Mrd. Wenn man die 12% verliehenen Goldes abschreibt und nur mit 945t rechnet, Fr. 47.5 Mrd. Die Zahlen von Matthäus stimmen also schon.


    Aber es wäre ohnehin sinnfrei, Gold zu verkaufen, wo wir doch Franken in beliebiger Menge gratis drucken können!

  • Der DJ wird sicher um 17:30 Uhr wieder grün. Wie am Donnerstag.



    Dies könnte sich morgen für den SMI positiv auswirken. Wenigstens so bis um 10:00 Uhr.

    Dr. Friederich Adolphus von Muralt

    - "Besser en Ranze vom Frässe als es Buggeli vom Schaffe"