SMI im September 2011

  • SMI im September 2011

    Ritter versus Bloom


    Diese völlig offene Ausgangssituation ist natürlich eine Spielwiese für Derivate- und Zertifikateanbieter. So bietet zum Beispiel die St. Galler Privatbank Wegelin seit kurzem drei so genannte "EURO/CHF-Discount"-Zertifikate an, die auf steigende Kurse setzen.


    Angenommen, der Euro-Kurs fällt per 21. Dezember 2011 nicht unter die Marke von 1,22 Franken, dann winkt dem Käufer eine annualisierte Rendite von 5 Prozent. Fällt der Kurs aber unter den Emissionspreis von 1,2046 Franken, dann muss der Käufer den Euro zum Kurs von 1,22 Franken übernehmen. Je nach Grösse des Wetteinsatzes kann dies ganz schön ins Geld gehen.


    Doch damit nicht genug: Optimisten, die glauben, die SNB werde den Euro noch weiter in die Höhe treiben, können die Marke hinaufsetzen. Zum Beispiel auf 1,25 oder 1,30 Franken. Das Verlustrisiko ist zwar höher, dafür auch die Rendite. Angenommen, Ritter von der BKB bekäme recht und der Euro stiege tatsächlich auf 1,30 Franken per Ende Jahr, dann winken satte 23 Prozent Rendite (annualisiert).


    K.O.-Schlag im Boxkampf


    Aber für all jene, die auf Blooms Seite sind, bietet sich der Kauf eines Knock-out-Put-Warrants an. Zurzeit verkauft nur die UBS solche Produkte. Der Preis für einen Knock-out-Put-Warrant mit einem Knock-Out bei 1,25 Franken mit Verfall 16. Dezember 2011 kostet laut Scoach am 29. September 2011 rund 36 Rappen.


    Wenn Bloom nun wirklich recht behält und der Euro-Kurs auf 1,20 Franken per Ende Jahr bleibt, dann profitiert der Käufer des Puts überproportional. Sein Gewinn berechnet sich aus der Differenz zwischen dem Knock-Out und dem Euro-Kurs beim Warrant-Verfall, multipliziert mit der Anzahl der gekauften Warrants.


    Allerdings: Wenn der Schuss nach hinten losgeht, sprich der Euro innerhalb der Laufzeit des Warrants die Knock-Out-Schwelle von 1,25 Franken durchbricht, dann tritt ein so genanntes Knock-Out-Event ein. Dies entspricht einem K.O.-Schlag im Boxkampf. Der Käufer erleidet dann einen Totalverlust.





    Das ganze ist Perversität auf höchstem Niveau!


    Solche Wetten mit und gegen Währungen gehören abgeschafft. Was passiert mit den Banken wenn sie die Wetten verlieren? Eigentlich scheiss....egal, denn wenn sie gewinnen haben sie Gewinn erwirtschaftet und wenn sie verlieren hat am Schluss wieder die Bevölkerung den Salat...


    Solche Produkte gehören abgeschafft!


    Diese Banken sollen Sich wieder auf das Kerngeschäft einer Bank konzentrieren und nicht das Geld von anderen verzocken!

  • SMI im September 2011

    Bugatti wrote:

    Quote
    Gestern in 10 vor 10 wurde für den positiven Verlauf der Märkte, der Beschluss im Zusammenhang mit der Ausweitung des EU-Rettungsschimes angegeben. Dabei konnte man eindeutig beobachten, wie am Morgen die Kurse eher stagnierten und erst um 14:30, als die US Daten kamen, ein Schub nach oben resultierte.


    Ich finde das Wort Rettungsschirm hat schon so was negatives an sich.


    Man stelle sich einen Rettungsschirm vor. 5 auf 3 Meter. Der Schirm ist genau für Personen mit einem Gewicht zwischen 70 und 120 Kilo ausgelegt und kann einen ohne weiteres vor einem Absturz retten.


    So. Jetzt haben wir zwar unten am Schirm immer noch das gleiche Gewicht. Aber oben machen wir den Rettungsschirm nun nicht 5 auf 3 sondern mal 7 auf 3 Meter gross.


    Das kann im Notfall auch noch gut gehen. Aber ja jetzt haben wir uns ja schon das 5 Mal entschieden diesen blöden Schirm zu vergrössern und der ist jetzt bereits auf 20 auf 19 Meter Stofffläche angewachsen. Der Rucksack schon 3 Mal schwerer als vorher.


    Nun wir springen nun aus dem Flugzeug, reissen an dieser Leine und.... ja und.... Kann mir ein Freund der Termik erklären was mit einem solchen Schirm in der Luft genau passiert? Ist der noch steuerbar? Geht der auf in der Luft? Wie muss ich mir das genau vorstellen. Eines ist klar.


    Funktionieren kann das nicht :roll:

  • SMI im September 2011

    bengoesgreen wrote:

    Quote
    Versteht ihr eine Metapher nicht?


    Nein. Können ja nicht alle so gescheit sein wie k3000. Metapher? Ist es heuzutage überhaupt politisch korrekt griechische Fremdwörter zu verwenden?

    "Das Fass ist übergelaufen"

  • SMI im September 2011

    Meveric wrote:

    Quote


    Nun wir springen nun aus dem Flugzeug, reissen an dieser Leine und.... ja und.... Kann mir ein Freund der Termik erklären was mit einem solchen Schirm in der Luft genau passiert? Ist der noch steuerbar? Geht der auf in der Luft? Wie muss ich mir das genau vorstellen. Eines ist klar.


    Funktionieren kann das nicht :roll:


    Köstlicher Beitrag Meyeric,

    den Schirm einmal wörtlich genommen.

    Den Fallschirm find ich ein gutes Bild, um zu illustrieren, welche Bedenken wohl vielen kommen.

    Man könnte sich auch noch vorstellen einen Schirm unter dem sich viele drängen.

    Doch stürmt es heftiger als angenommen. Je grösser der Schirm, desto grösser die Gefahr, dass er sich umstülpt im Wind. :cry:

  • SMI im September 2011

    freak1975


    hehe :D


    Super.. Also das mit dem Gewicht unten am Schirm ist schon klar. Das verändert sich, wenn man es auf Fläche und Länder betrachtet, nicht mehr.


    Wenn man es von der schuldentechnischen Seite her betrachtet schon.


    Das Problem ist aber, dass die unten,


    -Verstecken

    -gefälschte Bilanzen haben

    -Korruption herrscht

    -Schulden verleugnen und später präsentieren

    -immer mehr in Schwierigkeiten mit steigenden Zinsen geraten

    -Durch Sparmassnahmen die Wirtschaft schwächen und und und......




    Wie wollen dann die Schneider oben dran wissen, wie gross nun die Stofffläche für diese Idioten da unten sein muss die nicht verraten wie schwer sie sind???


    Es spielt absolut keine Rolle wie man es betrachtet. Fakt ist, der Schirm passt nicht und kann nie passen. Er kann vielleicht einen tödlichen Aufprall vermeiden, jedoch wird man sich das eine oder andere brechen wenn man aufschlägt.


    Oder man macht das ganze wirklich so weiter. Bis das eben gezeigte Bild eingetroffen ist und die Welt gemütlich unter einem Rettungsschirm sitzt.


    Vermutlich haben vor Milliarden von Jahren Kapitalisten auf dem Saturn gelebt. (Ich krieg mich gerade nicht mehr ein vor lachen, hehehe)


    Und das Endprodukt sieht man jetzt. Die haben das aber nicht mit einem Rettungsschirm, sondern mit einem Rettungs-Ring probiert!! Und sind jetzt auch nicht mehr da.


    :D

  • SMI im September 2011

    Meveric wrote:

    Quote
    Die haben das aber nicht mit einem Rettungsschirm, sondern mit einem Rettungs-Ring probiert!! [/b]Und sind jetzt auch nicht mehr da.

    :D


    Tröstlich, dass der Rettungsring geblieben ist.

    Der Zweck wurde zum Sinn......oder so :?

  • SMI im September 2011

    k3000 wrote:

    Quote

    Merlin2033 wrote:


    Sehr gerne. Hier:


    http://lmgtfy.com/?q=tmf+etf




    TMF kann nur kurzfristig ein Investment sein, der Zeitwert zerstört die Performance. Wer an eine langanhaltende Deflation glaubt, sollte bei Dollarschwäche direkt in die Treasuries gehen und bei Dollarstärke gleitend ins Gold wechseln.


    Gamblern ist dies natürlich zu langweilig. ;) Man kann ja auch, wie ich gestern morgen, griechische Anleihen kaufen und so den Thrill verstärken.


    Aber vorsicht: sobald die Inflation anspringt, werden die Treasuries wie Steine fallen. (Weiss nicht, wie das passieren sollte, z.B. Direktankauf von Euro-Schrott-Anleihen durch das FED, dann würde aber die Goldseite des ausbalancierten Gold-Treasuries Deflationsportfolio profitieren)


    Hier noch das Problem von TMF (Treasuries long) mit TMV (short) visualisiert (siehe Erklärungen von Fine-Tuner, der, so glaube ich, diesen Effekt im ETF-Thread erklärt):


    [Blocked Image: http://www.cash.ch/forum/files/direxion_etf_tmf_tmv_109.png]

  • SMI im September 2011

    simon23 wrote:

    Quote

    k3000 wrote:


    Im Juni auf zerohedge gelesen und dann hier gepostet?


    So spät..?


    ..aufmerksame Leser konnten dieses Szenario schon längstens im Buch von Mehrling nachlesen ("The New Lombard Street") oder waren durch den besten deutschsprachigen Blog (meiner Meinung nach..) schon längstens auf "dem laufenden"..


    http://acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.com/


    8)




    weico

  • SMI im September 2011

    weico wrote:


    Quote:

    Quote
    Vielleicht sollte Herr Jordan mal bei James Steuart (An Enquiry into the Principles of Political Economy) oder Walter Bagehot(Lombard Street - A Description of the Money Market) nachlesen.

    Eigenkapital ist für eine Zentralbank nur solange eine nachrangige Grösse,WENN die eingereichten Sicherheiten ihre emittierten Noten auch "decken".


    Was bei der SNB immer der Fall ist. Wie von mir 1000mal angekündigt, werten sich bei drohendem Verlust die Aktiva auf.

    So auch bei der SNB: der drohende Verlust liess USD, EUR und Gold in CHF (der eigenen Passiva) steigen.