SMI im Mai 2011

  • Re: Grüezi Alan

    k3000 wrote:

    Quote
    Wie machen hier ja keinen Boulevardjournalismus wie auf der Frontpage dieser Website.


    Nein, das sicher nicht. Aber ich habe mir zur Aufgabe gemacht, komplexe Zusammenhänge möglichst einfach rüberzubringen. Das führt zwar naturgemäss zu einigen Unschärfen, bringt dem Kleinanleger aber mehr als ein Text, der zwar faktisch korrekt(er) ist, den aber keiner versteht.


    Du unterstellst uns: "Rendite pro Einheit Risiko (und ich glaube, danach investiert hier jeder von uns!)".


    Ich behaupte mal ganz salopp, dass dem nicht so ist. Schon alleine deshalb, weil die meisten wohl gar nicht verstehen, was Du damit meinst. Mich selbst eingeschlossen ;)


    Aber ich kann Dir sagen, was uns interessiert:


    Ich investiere Fr. 1000 am Tag x in US-Papieren. Dazu tausche ich Franken in Dollar, Dollar in Papier.

    Nach 1 Jahr oder 3 Jahren verkaufe ich die Papiere gegen Dollar und die Dollar gegen Franken.

    Das einzige was mich jetzt interessiert, wieviele Franken ich mehr habe als am Tag x und wie hoch meine Rendite in Franken ist.


    Ich gebe zu, dass ich von Sharpe-Ratio heute zum ersten mal höre. Habe mir entsprechend Wiki reingezogen. Hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Sharpe-Ratio


    Dabei insbesondere die Berechnungsformel.

    Ich mag vom Bankenwesen nicht all zu viel verstehen aber Formeln lesen, kann ich.


    Unter dem Strich halte ich nicht viel von dem Sharpe-Ratio. Und zwar aus zwei Gründen:


    1. Wesentlicher Bestandteil im Zähler ist der "risikolose Zinssatz". Also ein Wert, den man nach Belieben einsetzen kann. Erinnert mich ein bisschen an die Eigenkapitalquote der Banken, bei denen ja das Risiko eines Assets auch willkürlich so hingebogen werden kann, dass die EK-Quote über 6.0 zu liegen kommt und sich die Banken Boni auszahlen dürfen :P


    2. Der Einfluss der Volatilität bzw. deren Standardabweichung: Wenn eine FED über Jahre hinweg durch gezielte Käufe von Treasuries die Zinsen konstant hält, ist es logisch, dass die Vola nahe 1 liegt, was gemäss der Formel für ein günstiges SR sorgt.

    Meine Antwort darauf: Die Vola von US-Staatsanleihen ist keinen Pfifferling wert, weil künstlich fixiert.

  • Re: SMI im Mai 2011

    Marcus Fabian hat geschrieben:

    Ich halte folgendes Szenario für das wahrscheinlichste:


    Ende Juni läuft QE2 aus und Bernanke kündigt kein QE3 an. Als Konsequenz fehlen die Käufer von US Schuldpapieren, die darauf hin fallen. Die Zinsen von Anleihen steigen. Entsprechend sinken auch die Aktienmärkte, Rohstoffe, Edelmetalle und der Dollar steigt.


    Bernanke schaut dem Treiben eine Weile lang zu (vielleicht 1-3 Monate) und beschliesst dann, QE3 einzuführen, um die sinkenden Märkte wieder zu stabilisieren. Exakt das ist dann der Moment, in Gold und Aktien einzusteigen


    _____________


    Neue Fragen Karat:


    Ich kann Dich beruhigen, es kommt mir nichts in den falschen Hals. Wir sind ja hier im Forum keine Mimöschen.


    Also nach Deinem Szenario (kein QE3 Ende Juni 2011)sollten:


    Aktien im laufe des Juni verkauft werden.


    Ebenso sollte man sich vor Ende Juni von Rohstoffen und Edelmetallen trennen.


    Sich im Mai/Juni preisgünstig mit Dollar eindecken




    Kommt dann verspätet das QE3 doch noch, sollte man sich, nachdem die Aktien, die

    Edelmetalle und die Rohstoffe vorher gesunken sind, wieder damit eindecken und die

    Dollarliquidität wieder abbauen.


    Sehe ich das so richtig.




    Karat


    ______________________________

  • Re: Grüezi Alan

    k3000 wrote:


    Nimm handelbare Anlagen als Referenz!

    Ernsthaft, bist du in einem (oder mehreren) der Funds von deiner Liste investiert?

  • Re: SMI im Mai 2011

    Karat1 wrote:




    Exakt richtig. Aber eben: Das funzt natürlich nur, wenn dieses Szenario dann auch so eintrifft.

  • Re: Grüezi Alan

    felix.w wrote:

    Quote

    Nimm handelbare Anlagen als Referenz!

    Ernsthaft, bist du in einem (oder mehreren) der Funds von deiner Liste investiert?


    Du kannst in alle angegebenen Anlagen investieren! Jeder der den Mindestbetrag auf den Tisch legt, ist dabei. Ausser SPM, die sind glaube ich hard-closed.

    Die Fonds kannst du 1 mal pro Monat zeichnen, dass heisst jeder hier der will ist ab 1. Juni dabei.


    Und nein, ich halte keinen einziges der aufgeführten Investments. Auch meine Firma nicht oder ähnliches.

    Wäre ja zu billig gewesen, hier im Eigeninteresse so zu werben!


    Mir geht es vielmehr darum, den Leuten die Hirnschwäsche von Banken und Medien aufzuzeigen, dass es sehr viele andere Investments gibts als Aktien, Obligationen, ETFs und Struktis. DIe Leute sind diesbezüglich nämlich ziemlich am verblöden.


    Hedge Funds wie gezeigt sind nicht böse oder schlecht. Ich halte mich an das Zitat eines berühmten Mannes: If you can't fight them, join them!

    Und wenn sie 20% performance fee verlangen? Na und?!

    Wer mir regelmässig 40% Bruttorendite pro Jahr auf mein ganzes Vermögen beschert und ich noch dazu jahrein, jahraus dabei schlafe wie ein Baby, darf von mir aus auch 50% performance fee von mir haben!

  • SMI im Mai 2011

    Korrektur?


    TeeTasse83 wrote:

    Quote
    ... dass es mich relativ wenig interessiert wie gut eine Anlage in USD performt. Was mich interessiert ist die Performance in CHF.

  • Re: SMI im Mai 2011

    MarcusFabian wrote:

    Quote

    Karat1 wrote:




    Exakt richtig. Aber eben: Das funzt natürlich nur, wenn dieses Szenario dann auch so eintrifft.


    Aktien:


    Die inverse S-K-S im S&P 500 welche letzte Woche mit dem Bruch der Nackenlinie bestätigt wurde, lässt aus charttechnischer Sicht sehr wohl noch steigende Aktienkurse bis Juni erhoffen. Könnte also aufgehen.


    [Blocked Image: http://img856.imageshack.us/img856/2326/spxd120110430.th.gif]


    Rohstoffe


    Beim Gold und Crude Oil hab ich im langfristigen (weekly) schöne Trendkanäle. Da hats bei beiden noch etwas Platz nach oben. Das erreichen der oberen Trendlinien, Crude ca. 120 / Gold 1'620 (steigend), könnte da auch wieder etwas Konsolidierung reinbringen. Werde dazu bei Gelegenheit mal Charts reinstellen.


    Gruss marcello

  • Re: SMI im Mai 2011

    Quote:

    Quote
    >>Rohstoffe


    Beim Gold und Crude Oil hab ich im langfristigen (weekly) schöne Trendkanäle. Da hats bei beiden noch etwas Platz nach oben. Das erreichen der oberen Trendlinien, Crude ca. 120 / Gold 1'620 (steigend), könnte da auch wieder etwas Konsolidierung reinbringen....


    Gruss marcello


    Sehe ich genau so, callen, halbe Kanne ;)

  • SMI im Mai 2011

    weico wrote:

    Quote
    "Spekulation" ist aber nicht der Verursacher einer Krise,sonder sollte eher als "gesundendes Heilmittel" angesehen werden ...

    http://www.achgut.com/dadgdx/i…icle/lob_der_spekulation/




    weico



    Wusste ich es doch, ich bin ein Heiler! :D

    Ich bin nicht gegen Spekulation an und für sich, ich bin ja selber ein Spekulant. Aber wenn der Spekulant nicht mehr das Verlustrisiko einer Fehlspekulation tragen muss, weil er schliesslich von der Regierung oder der Zentralbank geschützt wird, oder weil er nicht mit seinem eigenen Geld spekuliert, dann führt doch das Wirken des Spekulanten nicht mehr zum chirurgisch sauberen wegschneiden von Totem, damit der übrige Körper leben kann, sondern es führt zum Wirken eines Mezgers,der alles wegschneidet was er kann, bis nichts Lebendes mehr da ist.

  • Re: Grüezi Alan

    MarcusFabian wrote:

    Quote
    Unter dem Strich halte ich nicht viel von dem Sharpe-Ratio.


    Da kann ich Dir nur beipflichten. Der blinde "Glaube" an solche theoretische und unverständliche Formeln hat die Welt ja gerade in die grösste Finanzkrise seit 1929 hineingeritten! Vor lauter Bäumen haben diese Idioten (sorry) den Wald nicht mehr gesehen. Wirtschaft ist keine exakte Wissenschaft wie Mathematik und Physik. Wirtschaft (Oekonomie) ist die Wissenschaft des menschlichen Wohlstands. Sie ist von harten Facts, wie Mathematik, Physik und Chemie abhängig aber ebenso von weichen, wie Philosophie, Soziologie, Biologie, Psychologie.


    Natürlich kann man hochkomplexe mathematische Formeln im Einzelfall als Hilfsmittel anwenden. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass man damit auch sehr präzise falsch liegen kann!


    P.S. Alain und Ben, seid doch lieb zueinander! :)

  • SMI im Mai 2011

    Flipper wrote:

    Quote
    Aber wenn der Spekulant nicht mehr das Verlustrisiko einer Fehlspekulation tragen muss, weil er schliesslich von der Regierung oder der Zentralbank geschützt wird, oder weil er nicht mit seinem eigenen Geld spekuliert, dann führt doch das Wirken des Spekulanten nicht mehr zum chirurgisch sauberen wegschneiden von Totem, damit der übrige Körper leben kann, sondern es führt zum Wirken eines Mezgers,der alles wegschneidet was er kann, bis nichts Lebendes mehr da ist.


    [Blocked Image: http://mysticalforum.ch/images/smilies/n-smile_0214.gif]


    (Frag mal Rick Santelli, er wird Dir sicher auch zustimmen!)

  • SMI im Mai 2011

    @In_God_we_trust: Da gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen.

    Und wenn ich eine mathematische Formel sehe mit einem nicht klar zu definierenden Wert (risikolose Anlage), dann kann ich nur noch meine Augen verdrehen. :roll:

  • Re: Grüezi Alan

    k3000 wrote:

    Quote
    Hedge Funds wie gezeigt sind nicht böse oder schlecht. Ich halte mich an das Zitat eines berühmten Mannes: If you can't fight them, join them!

    Und wenn sie 20% performance fee verlangen? Na und?!

    Wer mir regelmässig 40% Bruttorendite pro Jahr auf mein ganzes Vermögen beschert und ich noch dazu jahrein, jahraus dabei schlafe wie ein Baby, darf von mir aus auch 50% performance fee von mir haben!


    Dann machst du aber -10% :P

  • Re: Grüezi Alan

    in_God_we_trust wrote:

    Quote
    Der blinde "Glaube" an solche theoretische und unverständliche Formeln hat die Welt ja gerade in die grösste Finanzkrise seit 1929 hineingeritten!


    Damit bin ich zwar grundsätzlich einverstanden aber Sharpe-Ratio ist weder unverständlich noch kompliziert.


    Die wesentliche Aussage ist: Je höher die Rendite einer Anlage um so besser ist sie.

    Wobei nicht die Rendite selbst genommen wird sondern ihre Differenz zu einer sogenannten sicheren Anlage.

    Das macht auch Sinn, denn in einem Umfeld wie in den 1970er Jahren mit einer Staatsanleihen-Rendite von 12% rentiert eine 14%-Anleihe nur um 2% besser als die sogenannt "sichere" Staatsanleihe, wohingegen eine Anlage von 4% heute bedeutend besser wäre, bei Staatsanleihen zu 0.5%.


    Im zweiten Schritt wird diese Rendite mit dem Risiko gewichtet. Also: "Je höher die Volatilität = je höher das Risiko der Anleihe umso schlechter ist sie."


    Setzt man nun durch Division diese beiden Werte (Renditendifferenz und Vola) in Beziehung, kriegt man eben einen Indikator, der je höher desto besser ist.


    Was dabei eben nicht berücksichtigt wird, ist das Währungsrisiko einer Anleihe.


    Streng genommen müsste also ein Schweizer Investor zwei Dinge ändern, um das Sharpe-Ratio einer US-Anleihe zu beurteilen:


    1. Er müsste von der Rendite der Anleihe den Währungsverlust abziehen.

    2. Er müsste als "risikolosen Zins" z.B. den Libor oder die Rendite von Schweizer 2-Jahres Staatsobligationen einsetzen.


    Punkt 1 würde das SR erheblich verschlechtern, derzeit sogar ins Negative treiben.

    Punkt 2 würde SR etwas verbessern.


    Flipper hat's ja auf den Punkt gebracht: Der "risikolose Zins" ist eine Variable, die in der Formel als Konstante betrachtet wird. Und jeder, der etwas von Physik versteht, weiss, dass bei solchen Formeln die Alarmglocke läuten muss!

  • Re: Grüezi Alan

    felix.w wrote:

    Quote


    Dann machst du aber -10% :P


    Nö:




    k3000 wrote:

    Quote
    Wer mir regelmässig 40% Bruttorendite pro Jahr auf mein ganzes Vermögen beschert ... darf von mir aus auch 50% performance fee von mir haben!


    50% Performance fee = 50% von 40% Bruttorendite = 20% für ihn, 20% für Dich.

  • Re: SMI im Mai 2011

    MarcusFabian wrote:

  • Re: Grüezi Alan

    MarcusFabian wrote:


    Der risikolose Zins kann auch vernachlässtigt werden. Die Idee ist das dieser eine Vola von Null hat also wird er herausgerechnet. Im Nenner kann auch die Vola von [der betrachteten Anlage - riskikofreien Zins] stehen, was aber der Theorie vom risikofreiem Return widerspricht. Also einfach nur Return/Vola


    Das gibt ein risikogewichteten Return, wobei das Risiko als Vola betrachtet wird.


    Währungsrisiko kann eingerechnet werden: (Return(Asset)*Return(Currency))/((Vola(Asset)*Vola(Currency)*Correlation(Asset,Currency))

  • Re: Grüezi Alan

    MarcusFabian wrote:


    ok...

  • Re: Grüezi Alan

    felix.w wrote:

    Quote
    Der risikolose Zins kann auch vernachlässtigt werden. Die Idee ist das dieser eine Vola von Null hat also wird er herausgerechnet.


    Ist das wirklich der Fall???

    Ich will nichts behaupten aber so wie ich das verstehe ist es doch so, dass der risikolose Zins eigentlich nur dazu dient, die Teuerung herauszurechnen und dazu wird halt Libor oder Rendite von "absolut supersicheren Staatsanleihen (ha ha)2 als "risikolos" angenommen.


    Eben, wie ich schon angetönt habe:


    Bei 15% Teuerung bringen 17% Rendite real nur 2%.

    Aber bei nur 1% Teuerung bringen mir 4% Rendite reale 3%.