SMI im November 2010

  • Wie immer, wollen wir zuerst meine Prognosen für den Oktober analysieren:


    MarcusFabian wrote:


    Dollar rauf, Gold runter per Mitte Oktober war ein Volltreffer.

    Bärisch für Aktien, war zumindest teilweise ein Schuss in den Ofen.

    Der SMI konnte sich in Gold gerechnet über den Monat recht gut behaupten:


    [Blocked Image: http://img638.imageshack.us/img638/3082/ajho05io.png]


    Beim Dow sieht es ähnlich aus. Zwar lag ich mit einem Absturz des Dwo per Mitte Oktober kreuz falsch aber die Erholung des Goldpreises fand schneller statt als erwartet, sodass der Dow im Oktober schlussendlich - ähnlich wie der SMI - zum Nullsummenspiel wird:


    [Blocked Image: http://img545.imageshack.us/img545/6839/7vt2a3nj.png]


    ------


    Aktuell bewegen uns zwei Themen an der Börse:

    1. Der G20 Gipfel in Seoul Ende Oktober

    2. QE2 ab 3. November.


    Beginnen wir mit dem Gipfel der 20 Pappnasen im malerischen Korea:

    Den Vogel abgeschossen hat wohl der FED Mitarbeiter und jetzige US Finanzminister Timothy Franz Geithner mit seiner Forderung, die Exportnationen wie China und Deutschland müssen ihren Handelsüberschuss senken.

    Das ist natürlich ein Witz, denn für den Handel braucht es bekanntlich immer zwei: Einen der Überschuss produziert und einen der ein Defizit produziert. In der Summe ist der intl. Handel ja immer Null.

    Anstatt die Deutschen und Chinesen anzuklagen, den Amis so viel Waren auf Pump zu verkaufen, könnten die Amis auch einfach darauf verzichten, soviel zu kaufen.

    Das ist wie in der Kneipe: Wer ist der Schuldige? Der Alkoholiker, der den Schnaps kauft oder der Barkeeper, der in ihm verkauft?

    Wie gerechtfertigt ist es, wenn der Alki den Barkeeper verklagt, weil ihm der immer Schnaps verkauft?


    In der Realität ist es - zugegeben - nicht so einfach: Die USA produzieren einige wirklich gute Güter, die die Welt auch braucht. Denken wir dabei z.B. nur an Boeing.

    Für den einfachen Joe Sixpack auf der Strasse sieht die Welt aber anders aus. Die Anzahl der Jumbo-Jets, die er in seinem Leben kauft, dürfte gegen Null tendieren. Er braucht neben Lebensmitteln in erster Linie Energie, Kleidung, vll. Elektronische Geräte etc.

    Die günstigen Kleidungsstücke kauft er bei Wall-Mart, Made in China, und auch bei Handy und TV ist er auf chinesische Produkte angewiesen, denn es gibt schlicht und ergreifend keine einzige US-Firma mehr, die Handys oder TV-Getäte in den USA produziert. Das gilt sogar für Apple, Motorolla und RCA.


    Insofern ist nicht ganz schlüssig, wie sich Tim das mit dem Abbau der Exportüberschüsse durch die Chinesen vorstellt.

    Es wäre auch nicht unbedingt im Interesse des US-Konsumenten: Man stelle sich vor, man sagt Joe Sixpack: "Hey, die schlechte Nachricht ist, Du verlierst Deinen Job. Aber um die US-Wirtschaft zu stützen, importieren wir jetzt keine chinesischen Textilien mehr. Die T-Shirts, die Du bei Wall-Mart kaufst, werden also teurer".


    Jede Wette, diese Politik würde Joe Sixpack nicht restlos überzeugen.

    Wie auch immer: Die Amis hatten ja schon immer sehr viel Phantasie darin, andere für hausgemachte Probleme verantwortlich zu machen.




    Der zweite Punkt ist QE2. Erwartet werden $500 Mrd., die per 3. November beschlossen werden dürften. In Anbetracht dieser Geldspritze durch die FED (die notabene in gleichem Ausmass die US-Staatsschulden erhöht) sind die Börsen schon mal gestiegen.

    Der Dollar-Anstieg war entsprechend fundamental ein völliger Anachronismus und nur technisch bedingt, denn dass der Dollar seine Talfahrt weiter fortsetzen wird - nach Abschluss der aktuellen Korrektur nach oben - ist so sicher wie das Amen in der Kirche!


    Die Inflation (= Ausweitung der Geldmenge) betrug im Dollar per Ende September über das Jahr 11.2%. Für den Euro-Raum per Ende August (September-Zahlen sind noch nicht verfügbar) 8.1%.

    Wir können also festhalten, dass der Euro etwas weniger schnell vernichtet wird als der Dollar.

    Im Falle der SNB wissen wir, dass uns die Stützungskäufe für Euros und Dollars im letzten Jahr einen Verlust von Fr. 4 Mrd. beschert haben. Immerhin gut Fr. 500 pro Einwohner!


    Halten wir also fest: Wir haben eine Inflation von gut 10%, die sich über kurz oder lang auch in der Teuerung (die ja landläufig auch als Inflation bezeichnet wird) manifestieren wird. Tatsächlich haben wir bereits rekordhohe Rohstoffpreise. Die Teuerung bei Lebensmitteln, Kleidung, Krankenkasse, Versicherung etc. sind bereits sprübare Realität. Auch, wenn einige Leser hier in bösartiger Regelmässigkeit versuchen, diese Tatsache mit Links auf aktuelle Aktionen von Coop oder Denner zu verschleiern (gelle, Elias!)

    Und ja, es ist richtig, dass wir immer noch sinkende Preise bei Handys, Fernsehern oder Laptops haben. Aber die Musik spielt bei Lebensmitteln, Energie und Bekleidung. Das sind die Bereiche, die 90% der Bürger dieses Landes in erster Linie beschäftigen!


    In diesem Zusammenhang gibt es auch ein paar sehr spannende Stories um die UBS und die Gewinne des Staates durch Schrottpapiere.

    Klassischer Reisser hierzu: "900 Mio Gewinn mit UBS Schrottpapieren".

    http://www.tagesanzeiger.ch/wi…ttpapieren/story/11964373


    Worum geht es?


    Die UBS hat ein Schrottpapier für 100 gekauft.

    Der Markt bricht zusammen und das Schrottpapier ist nur noch 42 Wert.

    Die UBS müsste nun 58 des Wertes abschreiben aber da sie soooo waaaaahnsinnig viele von diesen Papieren hat, müsste sie Konkurs anmelden. Das wollen wir natürlich nicht, denn man hat uns ja verkauft, dass die UBS "systemrelevant" ist.


    Also springt der Staat ein, kauft die Papiere der UBS für 42 ab (also nicht direkt sondern über einen mit der SNB gemeinsam gegründeten Stabisilierungsfonds mit etwa Fr. 17 MRd.) und garantiert der UBS gleichzeitig den Nominalwert von 100. (Volumen 60 Mrd.)


    Die Schrottpapiere sind mittlerweile von 42 auf 50 gestiegen, konnten zum Teil verkauft werden und daraus resultiert der Gewinn von 900 Mio.


    Nicht klar ist allerdings, was mit den verbleibenden Schrottpapieren passiert, die trotz Anstieg von 42 auf 50 immer noch nur die Hälfte des Nominalwertes von 100 haben.


    Etwas weniger geschwollen ausgedrückt: Eine Subprime Hypothek im Wert von 100 kann nur noch zu 50 verkauft werden, weil der Markt mit einer 50% Ausfallwahrscheinlichkeit rechnet. Es hängt also vom US-Häuslebauer ab, ob er seine Hypothek abbezahlen kann oder nicht. Wenn nicht, muss das Schrottpapier realisiert, abgeschrieben werden. Egal, ob uns das passt oder nicht.


    Anders ausgedrückt: Wie viel uns diese Schrottpapiere im Endeffekt noch einbringen, hängt davon ab, wie gut der US-Schuldner seine Schuld bedienen kann und wie viel der Dollar, in dem er die Schuld bedient, in Franken noch wert ist.


    Was mich zum letzten Punkt bringt, der Möglichkeiten der USA, ihre Schulden loszuwerden.

    Es gibt da nämlich genau drei Lösungen:


    1. Sparen. Mehr einnehmen als man ausgibt und die Differenz zur Schuldentilgung aufwenden. Voraussetzung wäre ein Exportüberschuss der USA. Würden die Amerikaner den Gürtel entsprechend um 20% enger schnallen, könnten die Schulden in etwa 70 Jahren abgetragen sein.

    Unrealistisch, ich weiss.


    2. Schuldenerlass. Die Amerikaner drängen auf eine einmalige Entwertung der Schulden. Man kann das auch Währungsreform oder Staatsbankrott nennen. Leidtragende währen in erster Linie die ausländischen Besitzer von Dollar-Vermögen. Also die Chinesen, Japaner, aber mit $190 Mrd. auch wir Schweizer.


    3. Inflation. Betroffen wäre in erster Linie der amerikanische Bürger mit Sparkapital. Er würde erleben, wie seine Lebensersparnisse durch hohe Teuerung weggefressen werden. In zweiter Linie wären auch hier die Geldgeber der USA aus Punkt 2. betroffen und würden kaufkraftmässig einen Teil ihres Geldes verlieren.


    ---




    Wir können aus jetziger Sicht abschätzen, dass entweder Punkt 2 oder 3 zum Tragen kommen werden. Punkt 1 wäre politisch schlicht nicht durchsetzbar. Dann doch lieber den Gläubiger bescheissen ("beggar your neighbour").


    Aussichten November

    Mich hat überrascht, wie schnell QE2 in die Aktienpreise des DJ eingepreist wurde. Entsprechend gebe ich dem DJ nicht mehr viel Potenzial nach oben. Höchstens in Dollar gerechntet, was mich zum nächsten Punkt bringt:

    Die Dollar-Korrektur dürfte per Ankündigung QE2 abgeschlossen sein, sofern sich QE2 im Rahmen der Erwartung (Mrd. 500) bewegt. Wird QE2 höher, wird der Dollar sinken, die Aktienpreise steigen.

    Wird QE2 wider erwarten ausgesetzt, dürfte der Dollar zwar weiter steigen aber die Aktienpreise sinken.


    Bei Gold lag ich zwar mit Einsetzen der Korrektur per Mitte Oktober richtig, bin aber überrascht, wie schnell die Korrektur offenbar vorbei ist. Ich hätte einen Boden bei Gold/$ erst ab Anfang bis Mitte November erwartet. und auch in einer etwas höheren Grössenordnung als läppische $40.

    Also: Entweder die Korrektur bei Gold ist noch nicht vorbei oder sie ist und bleibt kaum der Rede wert.

    Egal: Langfristig ist Gold ohnehin noch billig und da spielt es kaum eine Rolle, ob man zu $1350 oder $1370 kauft.


    Die Saisonalität spricht im Moment noch gegen Gold. Das müsste eigentlich sinken, den Diwali ist vorbei und das Christliche Weihnachtsfest läuft erst ab Mitte November an. Da würde ich also lieber jetzt kaufen und damit rechnen, halt 14 Tage im Minus zu sein, als die nächste Hausse zu verpassen.


    Und der SMI?

    Der hat's dank schwachem Franken wieder auf das Juni-Hoch geschafft. Allerdings mit viel Ach und Krach und der obere Wendepunkt ist erreicht. Mein Tipp: Absinken auf 6200-6300 per Mitte/Ende November, bevor es zu einer Jahresendrally kommt.


    Happy Trades

    Marcus

  • Zyklus!

    Marcus, besten Dank für die Wochendendarbeit, damit der der November-Beitrag pünktlich erscheinen kann.


    Mich würde noch interessieren, in welchen ÜBER-GEORDNETEN Börsenzyklen wir uns im aktuell befinden und welche Anlagen (Aktien, Anleihen/Obligationen, Rohstoffe, Edelmetalle, etc.) bei aktuellen Stand des Zyklus zu favorisieren und welche Anlagen eher abzubauen sind. Angefangen vom Kondratief-Zyklus bis........ Ich bin da immer noch beeindruckt von den Aussagen von Howard Marks: "Es zählt einzig, dass man wisse, an welchem Punkt in ihrem Zyklus sich die Wirtschaft befinde und welche Preise in den verschiedenen Anlageklassen bezahlt würden. Investitionen sind nie per se gut oder schlecht, es sei immer ein Frage des Preises!"


    Marcus, wo stehen wir also anfangs November 2010 und wie könnte Deiner Meinung nach die mögliche Tendenz sein?


    Karat

  • SMI im November 2010

    danke für die prognose :D

    wo kann ich eigentlich in Gold investieren? besitze ein e-trading Konto von der Post und würde gerne gold handeln

    In den USA wird der Weg vom Tellerwäscher zum Millionär kürzer.

  • SMI im November 2010

    Super Analyse wiedermal...Thanks MF! Du unterstreichst deine Ansichten wie immer mit guten fundamentalen Hintergedanken.


    Das Fed Meeting vom Mittwoch wird sicher eine ganz interessante Sache. Siehe Leitzinse der verschiedenen Länder auf Broker Test unter Realtime Quotes. Denke auch, dass da vieles schon eingepreist ist. Und wie schon so oft gesehen wird dann eben bei einer solchen Bekanntgabe nach einem kurzen und heftigen Feuerwerk das ganze Zeugs wieder abverkauft. Vielleicht schaffen wirs sogar bis SPX High (ca. 1'220)...wir werden sehen!

  • Re: Zyklus!

    Karat1 wrote:

    Quote

    Mich würde noch interessieren, in welchen ÜBER-GEORDNETEN Börsenzyklen wir uns im aktuell befinden und welche Anlagen (Aktien, Anleihen/Obligationen, Rohstoffe, Edelmetalle, etc.) bei aktuellen Stand des Zyklus zu favorisieren und welche Anlagen eher abzubauen sind.


    Das steht alles schon recht ausführlich im Langfrist-Thread:

    http://www.cash.ch/forum/viewtopic.php?t=1723


    Übergeordnet befinden wir uns seit 2000 in einem Bärenmarkt für Aktien und entsprechend Bullenmarkt für Rohstoffe und Edlemetalle.

    Das erkennt man am besten, wenn man den Unsicherheitsfaktor "Währung" ausklammert und direkt Aktien in Edelmetall vergleicht. Hier Dow in Gold:


    [Blocked Image: http://home.earthlink.net/~intelligentbear/dj-au-ratio-lt.gif]


    Wir befinden uns also im Kondratieff Winter.


    Der letzte Bärenmarkt in Aktien hat 14 Jahre gedauert (1967-1981). Das war allerdings ein Kondratieff Sommer.

    Der vorletzte Bärenmarkt, auch ein Kondratieff Winter war 1930-1949. Also 19 Jahre.

    Der aktuelle Winter dauert bisher 10 Jahre. Es würde also nicht überraschen, wenn er noch weitere 5-10 Jahre dauert.

    Wie lange, hängt davon ab, wann der Winter seine Bereinigungsarbeit abgeschlossen hat. Sprich: Vernichtung der Schulden, denn ein neuer Frühling kann immer nur in einem schuldenfreien Umfeld starten.


    Derzeit versuchen Regierungen und Zentralbanken mit allen Mitteln, diese Bereinigung, diesen Schuldenabbau zu verhindern. Schlimmer: Sie erhöhen die Schulden sogar noch und machen somit den verbleibenden Bereinigungsprozess länger und schmerzhafter.


    Solange dieser Prozess dauert, wird Geld weiter an Wert verlieren. Somit bleiben Rohstoffe die Favoriten, Aktien bieten zum Teil Inflationsschutz, werden aber in Rohstoffen gerechnet weiterhin an Kaufkraft verlieren. Das obenstehende Dow/Gold Ratio wird sich also weiter in Richtung 1 absenken.

  • SMI im November 2010

    @MF


    Danke für den November :D

    Immer wieder sehr interessant zu lesen.

  • SMI im November 2010

    @MF


    Herr Fabian kann es nicht begreifen und wird es wohl nie begreifen, dass Staatsschulden nicht gleich Notenbankschulden sind! :roll:

  • Re: SMI im November 2010

    MarcusFabian wrote:

    Quote
    Im Falle der SNB wissen wir, dass uns die Stützungskäufe für Euros und Dollars im letzten Jahr einen Verlust von Fr. 4 Mrd. beschert haben. Immerhin gut Fr. 500 pro Einwohner!


    Das ist reine Theorie und hat nichts, aber auch gar nichts zu bedeuten. Im Gegenteil! wir sind alle froh, dass damit der zu starke Franken ein wenig geschwächt wird.


    MarcusFabian wrote:

    Quote
    Wir können aus jetziger Sicht abschätzen, dass entweder Punkt 2 oder 3 zum Tragen kommen werden.


    Weder noch. Was wir haben werden ist ein kleiner Teuerungsschub wie 1991-1994. Das ist durchaus von allen Seiten hochwillkommen. Nur keine weitere Deflation!

  • SMI im November 2010

    ich denke, heliben und co. werden am mittwoch nicht kleckern sondern klotzen. qe2 = 500 milliarden würde von den märkten doch als enttäuschung aufgefasst.


    ca. 2 billionen müssen her, um die party aufrecht zu erhalten.

  • Re: Weitere wichtige Daten?

    anser wrote:

    Quote


    Die Welt geht ja von einem Erdrutschsieg der Republikaner aus. Das müsste das Wirtschaftsestablishment freuen und der Börse guttun


    Das Gegenteil ist der Fall. Die Demokraten hatten immer wirtschaftlich eine bessere Bilanz als die Reps. Reagan hat Schulden gemacht, sowie beide Bush. Zuletzt hatten die USA unter Clinton einen Haushaltsüberschuss.




    anser wrote:


    Ein moralischer Stimulus bringt's nicht. Es sind Schulden da, die bedient und für die Zinsen bezahlt werden müssen. Was an Zinsen bezahlt wird - egal ob vom Bürger, Unternehmen, einer Gemeinde oder dem Staat - fehlt für Investitionen und Konsum. Und je höher die Schulden klettern um so grösser diese Zinszahlungen. Das sind einfache rechnerische Fakten, die sich nicht durch Partystimmung ausgleichen lassen.

    Klar, wenn Du Fr. 10'000 Schulden hast und einen Deppen findest, der Dir nochmals 1'000 Kredit gibt, kannst Du ein Wochenende lang Party feiern und bist saumässig gut drauf.

    Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass Du dann am Montag 11'000 Schulden hast.

  • SMI im November 2010

    in_God_we_trust wrote:

    Quote
    @MF

    Herr Fabian kann es nicht begreifen und wird es wohl nie begreifen, dass Staatsschulden nicht gleich Notenbankschulden sind! :roll:


    Die Notenbank macht keine Schulden. Wenn die FED Geld druckt, dann nimmt irgend jemand dieses Geld als Schuld auf. Der Staat oder Geschäftsbanken!

  • SMI im November 2010

    MarcusFabian wrote:

    Quote

    in_God_we_trust wrote:


    Die Notenbank macht keine Schulden. Wenn die FED Geld druckt, dann nimmt irgend jemand dieses Geld als Schuld auf. Der Staat oder Geschäftsbanken!



    Falsch! Das FED druckt nun übermorgen sagen wir 1 Billion Dollar. Dann kauft sie damit bestehende z.B. 10 year US Treasuries, so wie jedermann Obligationen oder Aktien kauft. Wenn ich eine CS Aktie kaufe, dann geht die CS nicht hin und druckt eine neue Aktie, sondern jemand anders, der eine bestehende Aktie hat, verkauft sie mir.


    So ist es auch mit dem Fed, wenn sie übermorgen für 50 Mia Treasuries am Markt kaufen, dann verkauft jemand, z.B. Japan oder China oder wer immer dem Fed diese bestehenden Treasuries.


    Der Staat druckt nur neue Tresuries, wenn er diese braucht und er druckt sie so oder so, ob nun das Fed sie kauft, oder wer auch immer!


    Da nun übermorgen grössere Nachfrage nach Treasuries herrschen wird, fallen deren Zinsen! Und wenn die Zinsen in den USA fallen, dann fällt auch der Dollar (und steigen die Rohstoffe und das Gold in $)!


    Du hast insofern recht, als man besser Notenbankpassiven sagt als Notenbankschulden! Und diese Passiven interessieren niemanden wirklich, solange sie nicht so unkontrolliert anwachsen wie z.B. in Simbabwe. Im Gegenteil. Je höher diese Passiven, desto grösser die Chance aus der fast negativen Teuerung herauszukommen!

  • SMI im November 2010

    Daytrader1 wrote:

    Quote
    ich denke, heliben und co. werden am mittwoch nicht kleckern sondern klotzen. qe2 = 500 milliarden würde von den märkten doch als enttäuschung aufgefasst.

    ca. 2 billionen müssen her, um die party aufrecht zu erhalten.



    :lol: das wär ja cool... oder sogleich der endgültige todesstoss für den dölli :twisted:

  • SMI im November 2010

    in_God_we_trust wrote:

    Quote


    Falsch! Das FED druckt nun übermorgen sagen wir 1 Billion Dollar. Dann kauft sie damit bestehende z.B. 10 year US Treasuries,


    Theoretisch klingt das alles schön und gut und könnte soweit auch stimmen. Es würde - wie Du richtig schreibst - bedeuten, dass sich die Staatsschulden nicht erhöhen, die FED nur bestehende Schulden übernimmt.


    In der Praxis jedoch sieht es jedoch so aus, dass per 3. November sowohl neue 3j. 10j. als auch 30j. Treasuries ausgegeben werden. Was meinst Du, wer die kaufen wird?


    Streng genommen sind es zwei Schritte: QE der FED und Auktion neuer Treasuries. Aber ich meine, des besseren Verständnissen wegen, darf man diese beiden Schritte gut und gerne zusammenfassen. Vor allem, weil sie "zufällig" auch beide zusammenfallen:

    2. November Beginn des FOMC Meetings

    3. November 09:00 ET Beginn der Auktion der neuen Treasuries.


    Offene Fragen: Wie viele Treasuries werden am 3. November ausgegeben? Wie hoch wird QE der FED sein?

    Meine Spekulation: Die FED wird QE so hoch ansetzen, um alle nicht verkauften Treasuries am 3. November aufzukaufen.

  • SMI Schätzung

    Das gute alte SMI Schätzspiel. Auf payoff wurde vor kurzem eine Umfrage zum SMI Schlussstand per 31.12.2010 gestartet.


    Die zwei User mit der besten Prognose erhalten von payoff "Speis & Trank":


    http://www.payoff.ch/community…48&mode=flat&message=1540


    Macht doch auch mit - mal schauen wer gewinnt :D

  • SMI im November 2010

    MarcusFabian wrote:

    Quote


    Offene Fragen: Wie viele Treasuries werden am 3. November ausgegeben? Wie hoch wird QE der FED sein?

    Meine Spekulation: Die FED wird QE so hoch ansetzen, um alle nicht verkauften Treasuries am 3. November aufzukaufen.


    Goldman Sachs beziffert das Volumen von QE2 auf 2'000 Mrd. USD. Im gleichen Atemzug sind die GS-Analysten der Meinung, dass QE2 bereits eskomptiert ist. Und somit kaum zu steigenden Kursen führen wird.


    Ist da was dran?

    Die Gerüchteküche brodelt. Mal schauen, ob diese überbezahlten Wortverbieger richtig gewürfelt haben.

  • SMI im November 2010

    Persönlich hoffe ich, dass das Machtgefüge in den USA gleich bleibt. (Was aber in Angesicht der Lage eher unwahrscheinlich ist *wink* )


    Denn wenn der Präsident im Repräsentantenhaus eine Mehrheit behält, dürften marktrelevante Entscheidungen beim Weissenhaus weiterhin schneller durchlaufen.

    Die Erfahrung ist der erbärmlichste aller Lehrer; sie bittet zur Prüfung, noch bevor der Unterricht begonnen hat.