• SMI

    Wie ich bereits geschrieben habe, werden wir einen Horror-Juni erleben. Dies erinnert mich ganz an das Jahr 2002. Eine Erholung kommt nicht vor November d.J. (ein Bankprofi meinte erst kürzlich, dass wir nun 1 1/2 bis 2 Jahre mit sinkenden Aktien rechnen müssen).

    Dr. Friederich Adolphus von Muralt

    - "Besser en Ranze vom Frässe als es Buggeli vom Schaffe"

  • SMI

    Friederich wrote:

    Quote
    Wie ich bereits geschrieben habe, werden wir einen Horror-Juni erleben. Dies erinnert mich ganz an das Jahr 2002. Eine Erholung kommt nicht vor November d.J. (ein Bankprofi meinte erst kürzlich, dass wir nun 1 1/2 bis 2 Jahre mit sinkenden Aktien rechnen müssen).


    die bankprofis wissen ja auch nicht wohin die reise geht

  • SMI

    ASCHI wrote:

    Quote

    Friederich wrote:


    die bankprofis wissen ja auch nicht wohin die reise geht


    Was dieser Text beweist:


    30.05.2006 10:43

    SMI: Zürich Financial dreht auf Kaufniveau


    Zürich Financial WKN: 579919 ISIN: CH0011075394

    Kurs: 281,25 CHF

    Aktueller Tageschart (log) seit Dezember 2005 (1 Kerze = 1 Tag)

    Rückblick: Die Aktie des Züricher Versicherers Zurich Financial Group (Nachrichten/Aktienkurs), hatte seit Jahresanfang zwar einen volatilen Kursverlauf, doch konnten bis dato weder Kursgewinne noch Verluste verzeichnen. Von Februar bis Mitte Mai 2005 war der Kurs in einer Seitwärtsphase zwischen 295 und 320 Schweizer Franken gefangen. Nach dem Ausbruch aus der Seitwärtsphase nach unten setzten schnelle Kursverluste auf den exp. GDL 200 und die horizontale Unterstützung bei 266 CHF ein. Dieses Unterstützungscluster biot der Aktie genügend Halt, damit sie einen kleinen Boden ausbilden konnte.

    Charttechnischer Ausblick: Der Boden ist intakt. Die aktuelle Tageskerze generierte mit einem Bullish-Engulfing ein unmittelbares Kaufsignal, das nun der Aktie Potenzial bis an die 295 CHF Marke einräumt. Sollte der horizontale Boden bei 266 gebrochen werden, so ist das Szenario hinfällig.

  • Quo vadis?

    Niemand ist imstande, die Märkte vorauszusagen. Es kommt immer anders, als man denkt. Wer hätte heute früh gedacht, dass die Märkte anspringen? Der Cash-Guru meinte: "Ein weiterer Sell-off scheint unausweichlich." Das Gegenteil ist eingetreten. Plötzlich haben die europäischen Börsen Mut gefasst. Was war der Auslöser für die einheitliche Richtungsänderung? Ebenso haben sich die US-Futures gewendet, die Nasdaq-Vorbörse zeigt sich gut gelaunt.


    Wie lange der Tanz noch hin- und hergeht, weiss wirklich keiner. Aber sicher ist zu sehen, dass das Abwärts-Potential nun seit einger Zeit ausgelotet wird. Die Grenze zeigt sich deutlcher. Damit könnte ein Einstieg gewagt werden. Ich tippe auf einen Prachtstag morgen, wenn nicht Bernanke heute Nachmittag die Suppe versalzt. Warum sollte er das tun? Wer glaubt, Bush möchte noch mehr Mühsal?

  • Re: SMI

    heute vor mittag noch hätte ich gewettet dass die 7540 des SMI kurz nach nachmittag fallen. Viel Ahnung von Charttech habe ich zwar nicht, aber die Grenze wurde 4 mal getestet.

    Im Chartverlauf so dass sie hätte fallen müssen und dann dieser Ausbruch nach oben. Ich verstehe das nicht.

    Das zweite, warum schliessen die Amis dermassen hoch. Politisch? habe ich was verpasst?

  • Bad news were good news...

    Es wurden gestern in den States einige Zahlen veröffentlicht, die zeigten, dass das Produktivitäts- und Wirtschaftswachstum kleiner sind als erwartet.

    (Die Furcht ist, dass in einer zu schnell wachsenden, überhitzten Wirtschaft Inflation aufkommt, die dann durch weitere Zinserhöhung ausgebremst würde. Höhere Zinsen entziehen dem Aktienmarkt Geld, er gerät dadurch in Mitleidenschaft.)


    CNN: Investors are looking for any signs that the Fed might be under less pressure to raise rates again after 16 rate hikes over 22 months. Fed members have said they simply don't know what their next move will be as they await more signals on the state of the economy.

    "That is the fear, how high will they go," said Peter Cardillo, chief market analyst at S.W. Bach & Co., referring to interest rates. The weak economic numbers were "basically helping to stabilize the market," he added.


    Die Angst vor Zinserhöhung hat sich also dadurch etwas gelegt. Als die amerikanische Vorbörse deswegen anzog, reagierten auch die europäischen Märkte darauf. Deswegen eben die Kurswende gestern Nachmittag.


    Sicher aber steht noch mehr hinter der entschiedene Umkehr gestern, wie sie sich in Amerika dargetan hat: In den letzten Wochen wurde der Boden immer wieder gesucht. Doch da sind immer zu viele Käufer gewesen, als dass Shorties mit Leerverkäufen die Märkte weiter hinunterringen konnten. Almählich geht ihnen nun die Luft aus.

    Da stellt sich die Stimmung ein, dass wer nicht im Markt ist, auch keinen Gewinn machen kann. Die Ratten schnüffeln zurück aufs verlassene Schiff.

  • Re: Bad news were good news...

    learner wrote:

    Quote
    CNN: Investors are looking for any signs that the Fed might be under less pressure to raise rates again after 16 rate hikes over 22 months.


    Das ist ein klassischer Fall von "die Börse bestimmt die Nachrichten." Aufmerksame Leser haben das in den letzten Jahren x-mal festgestellt:




    Schlechte Zahlen - Börsen sinken:

    Kommentar: Börsen sinken wegen schlechter Zahlen

    (das ist default)


    Schlechte Zahlen - Börsen steigen:

    Kommentar: Börsen steigen weil die Gefahr einer Zinserhöhung abgenommen hat.


    Gute Zahlen - Börsen steigen:

    Kommentar: Börsen steigen weger guter Zahlen

    (default)


    Gute Zahlen - Börsen sinken:

    Kommentar: Gefahr von Zinssteigerungen hat zugenommen.




    Quote:

    Quote
    In den letzten Wochen wurde der Boden immer wieder gesucht. Doch da sind immer zu viele Käufer gewesen, als dass Shorties mit Leerverkäufen die Märkte weiter hinunterringen konnten.


    Dass ein harter Widerstand wie die GD200 nicht in einem Rutsch durchbrochen wurde, war zu erwarten. Kraft bei den Käufern kann ich aber nicht sehen, denn sonst wäre der SMI nach dem ersten Abpraller nicht nur bis 7700 gestiegen.


    Shorties brauchen keine Kraft: Es braucht nur einen gewissen Anteil frustrierter Aktionäre, die ihre Aktien verkaufen und abwarten.


    Diese Aktionäre sind es auch, die die Kaufkraft bestimmen indem sie sie schwächen.


    Shorties dürften kaum eine Rolle spielen. Die Shortquote im SMI liegt unter 0.1%.

  • Re: Bad news were good news...

    MarcusFabian wrote:

    Quote
    Kraft bei den Käufern kann ich aber nicht sehen, denn sonst wäre der SMI nach dem ersten Abpraller nicht nur bis 7700 gestiegen.


    Was ist deine Erklärung dafür?


    Und warum stürzt nun alles am Freitagnachmittag zusammen, obwohl die Zahlen aus den States ganz okay sind, d.h. massvolles Jobwachstum, keine markant höheren Löhne, so dass nicht mit Inflation gerechnet wird. Das ist doch nicht das Pizza-Geld für Pfingsten, was jetzt hier noch verkauft wird?

  • Re: Bad news were good news...

    learner wrote:

    Quote


    Und warum stürzt nun alles am Freitagnachmittag zusammen, obwohl die Zahlen aus den States ganz okay sind, d.h. massvolles Jobwachstum, keine markant höheren Löhne, so dass nicht mit Inflation gerechnet wird.


    Netto 70'000 Arbeitslose mehr ist nicht, was ich als "massvolles Jobwachstum" bezeichne.


    In erster Linie geht es aber um die Erwartungen und die wurden massiv unterboten. Nehmen wir beispiels die Industrie: Abbau von 14'000 Stellen statt 5000 neuer Stellen.


    Dass die Löhne stagnieren, magst Du als positiv betrachten. Handkehrum haben aber die Amerikaner mit dem gleichen Lohn höhere Lebenshaltungskosten zu finanzieren. Ergo bleibt weniger für den Konsum übrig.

  • Re: MOMENTANE SITUATION

    ASCHI wrote:

    Quote
    an den börsen ist so

    egal was für meldungen kommen nichts ist gut

    das ganze börsenumfeld ist krank


    Darf ich daraus schliessen, dass Du in den Jahren 2000-2003 nicht an der Börse aktiv warst?

  • SMI

    bin seit ende 1999 an der börse

    habe mit straumann mein erstes geld an der börse verdient

    habe nachher mein lehrgeld bezahl

    bin seit herbst 2002 in abb inverstiert diese aktien sind meine pansion

    trade aber mit anderem geld fast jeden tag mal mit verlusten

    mal mit gewinn


    mom ist die anlegerschar einfach viel zu nervös

    wobei wir ein sehr solides wachstum haben


    heute sind good news einfach nicht gefragt

  • Heulende Grossmutter

    Eine Zen-Geschichte: Eine Omi heult die ganze Zeit. Nach dem Grund gefragt, sagt sie, bei schönem Wetter denke sie an ihre Tochter, die Schirmverkäuferin sei, und bei schlechtem Wetter an die andere Tochter, die Eisverkäuferin sei. Da wurde ihr gesagt, sie solle es doch umgekehrt tun. Sie verstand sofort und lachte nun Tag für Tag von früh bis spät.


    Ist's nicht genau so mit den Märkten? Wenn die ihre Tage haben, ist nichts gut. Und zu anderen Zeiten ist nichts schlecht. Entweder es wird nur geheult oder nur gelacht.

  • Börsianer sind ein doofes Volk

    Du kennst ja Geschichte vom Hans im " Schnäggeloch".

    Was er hat, dass will er nicht, und was er will, dass hat er nicht.


    Nein, im Ernst die Börsianer haben manchmal ein echt

    psychomanisches Verhalten.

    Suchen immer ein Haar in der Suppe und wenn der Suppentopf

    noch so gross ist, es wird immer eines gefunden.


    Dabei hat sich jetzt doch endlich bestätigt, dass die Massnahmen

    der FED wirken und keine weitere Zinserhöhung notwendig

    ist.

  • Re: Börsianer sind ein doofes Volk

    Speedy3 wrote:




    Sagen wirs mal so: Eine weitere Zinserhöhung würde die Immo-Blase platzen lassen, das kann das FED einfach nicht riskieren.


    Die "Leistung" der FED in den letzten 5 Jahren bestand darin, die Geldmenge zu erhöhen (= Geld zu drucken), um Konsum und Wirtschaft vor einer Rezession zu bewahren (2001). "Inflate or die".


    Das hatte zur Folge, dass alle Preise gestiegen sind. Von Lebensmitteln, Energie, Rohstoffen bis Aktien und Immobilien. Oder anders ausgedrückt, dass der Dollar entsprechend seit 2001 etwa die Hälfte an Wert verloren hat.


    Wir können jetzt darüber diskutieren, ob das gut oder schlecht ist. Es mag kurzfristig als positiv empfunden werden, wenn Kredite billig sind und man sich entsprechend auf Pump ein Haus, Auto oder Aktien leisten kann. Aber nun steigen die Zinsen und irgendwann müssen die Kredite zurückbezahlt werden. Und zwar mit Zins und Zinseszins.


    Jetzt heisst es, den Gürtel enger zu schnallen und Schulden zu amortisieren. Die Kreditvergabe geht also zurück, die Geldmenge sinkt, "deflationiert".


    Die Wirtschaft in den USA lebt zu 70% vom US-Konsumenten. Der kann jetzt aber seine Schulden nicht mehr ausbauen und Hypotheken nicht mehr refinanzieren. Er muss sparen und Schulden abbauen. Es bleibt ihm also weniger Geld für den Konsum und das drückt auf die Unternehmensgewinne durch. Die werden sinken. Genau so, wie die Immopreise sinken werden und ebenso die Preise für Aktien.


    Du kannst Dir die Situation etwa so vorstellen:


    Nehmen wir an, wir beide leben in einer kleinen Gemeinde. Ich gehe zu einer auswärtigen Bank und nehme einen Kredit über 1 Mio auf. Die Million verprasse ich: Ich gehe gut essen, kaufe mir ein neues Auto, lasse mein Haus renovieren, buche Reisen.


    Der Gemeinde geht es nun besser. Denn auch der Restaurantbesitzer hat nun Geld für ein neues Auto, der Besitzer der Autogarage deshalb ebenso und lässt nun sein Haus auch renovieren, der Bauunternehmer kann sich bessere Ferien leisten und der Reiseunternehmer geht auch häufiger auswärts essen. Die Liquidität, die ich mit meiner Million in die Gemeinde einspeise löst einen wirtschaftlichen Boom aus.


    Nun ist die Million alle und ich muss das Geld zurückzahlen. Ich werde also in Zukunft noch weniger Geld ausgeben also vor dem Kredit, weil ich ja nicht nur die Million sondern auch Zinsen abzahlen muss. Die Firmen im Ort spüren, dass da "irgend etwas anders ist". Es fehlt überall Geld und auch gegenseitig werden sie sich nicht mehr mit Aufträgen beglücken können.


    Schlussendlich wird der Gemeinde die Million wieder entzogen. EInschliesslich der Zinsen, sodass während und nach Rückzahlung des Kredites weniger Geld im Kreislauf ist als vorher.


    Während der Zeit, in der ich meinen Kredit ausgebe werde ich von der Gemeinde als Held und Retter in wirtschaftlicher Not


    Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ist das Geld mal weg, kommt die Krise wieder. Später halt aber dafür umso heftiger.


    Diese Geschichte sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man die Aktionen der FED in den letzten 5 Jahren lobt. Auf den ersten Blick hat Greenspan 2001 eine Rezession vorzeitig abgewürgt, indem er Konsum auf Pump ermöglichte (0% Auto-Leasings) und somit vordergründig der Wirtschaft über die Runden half. Aber hat er damit strukturelle Probleme der US-Wirtschaft gelöst?


    Oder vielleicht doch nur hinausgezögert?


    Wir können das Spiel weiter treiben, indem wir in die zweite Runde gehen, indem ich in meiner fiktiven Geschichte die drohende zweite Krise durch einen 2 Mio-Kredit beende. 1.1 Mio zahlen den alten Kredit, 0.9 Mio kann ich wieder ausgeben, um Euch, lieber Gemeinde den Anschein von Wohlstand und Wirtschaftswachstum wieder zu geben. Und danach? Neue Kredite? 3 Mio?, 5 Mio? 10 Mio?


    Wann wird mir die Bank keine neuen Kredite mehr geben?


    In meiner Geschichte bin ich das FED, ihr seid die USA und die BAnk, die die Kredite vergibt ist die Welt. Die USA verbrauchen derzeit 80% des weltweiten Sparkapitals. Ein chinesischer Arbeiter verdient im Schnitt $200, davon legt er 10% auf die Hohe Kante. Es bedarf derzeit des Sparkapitals von 37 Chinesen um die Schluden eines US-Amerikaners zu finanzieren.


    Mal angenommen, Du wärst ein chinesischer Arbeiter, wie hoch wäre Deine Motivation noch, dein Sparkapital an einen Ami auszuleihen?

  • Entwicklung des SMI

    Danke für den letzten Artikel. Endlich habe ich begriffen, wie es möglich ist, dass "die Chinesen für die amerikanischen Schulden einstehen." Anschaulich erklärt und auch für einen Dummie zu begreifen!


    Es ist klar, dass die amerikanische Verschuldung als erstes die amerikanischen Märkte früher oder später in Mitleidenschaft zieht, und in ihrem Kielwasser die übrigen. Es sind fundamentale Daten und begründete Ängste, die jetzt an der Börse zu sehen sind.


    Kommt hinzu, dass sich die Amerikaner auch politisch elend fühlen, wie diese Statistiken zeigen:

    http://americanresearchgroup.com/economy/


    61 Prozent der Amerikaner missbilligen die Amtsführung ihres Präsidenten. 65 Prozent finden, dass er die Wirtschaft schlecht führt. Entsprechend sind 60 Prozent pessimistisch zur wirtschaftlichen Entwicklung eingestellt.


    Es scheint mir offensichtlich, dass das fehlende Vertrauen in den Präsidenten auch ein Misstrauen in die gute Weiterentwicklung der Wirtschaft gibt, wie das den statistischen Zahlen zu entnehmen ist. Oder kann man sich vorstellen, dass ein Misstrauen in die Regierung da ist, aber ein Vertrauen in die Wirtschaft? Unmöglich. Beides spiegelt sich.


    Das ist es, was die Börse gezeigt hat, im letztmonatigen Absturz, und in ihrer gegenwärtigen Unentschiedenheit.