Volatilität?

  • Heute ist man bei den ABB-Calls eher schlecht da gestanden,

    die hohe Volatilität hat dies fast aufgefangen oder hat den

    Call sogar in die Höhe befördert.


    (Siehe ABBBP)


    Wie nimmt die Volatilität eigentlich wieder ab. Nur bei steigenden

    oder auch bei sinkendem Kurs, oder bei Beidem?

    Für Antworten bin ich Euch dankbar.

  • Re: Volatilität?

    Speedy3 wrote:


    Volatilität nimmt bei steigenden Kursen ab, bei fallenden Kursen zu.


    Das liegt daran, dass Abstürze immer viel schneller verlaufen als Euphorien. Das liegt an der Psychologie: Gier wächst langsam, Panik ist eine Sofortreaktion.


    Man sieht das sehr schön am VIX, der Vola des SP500:


    [Blocked Image: http://ichart.finance.yahoo.co…=5y&q=l&l=off&z=m&a=v&p=s]


    http://finance.yahoo.com/q/bc?s=%5EVIX&t=5y&l=off&z=m&q=l&c=


    Auf Warrants bezogen bedeutet das:

    Je höher die Vola umso höher der Preis des Warrants.

    Calls profitieren von steigenden Kursen, verlieren aber wegen der sinkenden Vola.

    Puts hingegen profitieren sowohl von fallenden Kursen zugleich aber auch wegen steigender Vola.


    Das ist der Hauptgrund, weshalb ich lieber Puts als Calls kaufe. Wenn die Richtung stimmt, verdient ein Put mehr Geld.

  • Volatilität?

    Ich habe mir einen Warrant angeschaut. Nun ist die Volatilität überall anders deklariert:


    Cash.ch: 54%

    Warrants.ch: 42%

    UBS Quotes: 48%


    welecher Wert stimmt nun? Muss ich mich beim Emmitent erkundigen?

  • Volatilität?

    oli181 wrote:

    Quote
    Ich habe mir einen Warrant angeschaut. Nun ist die Volatilität überall anders deklariert:

    Cash.ch: 54%

    Warrants.ch: 42%

    UBS Quotes: 48%


    welecher Wert stimmt nun? Muss ich mich beim Emmitent erkundigen?


    Dort wo du Real Time hast, stimmt es... *wink*

    Gruss duke

  • VIX - Volatilitätsindex

    Normalisierung der Volatilität (VZ-Vermögenszentrum vom 25.05.2011)



    • Volatilitätsindizes messen die Intensität von Kursschwankungen. Je grösser die Unruhe an den Märkten, desto stärker fallen die Kursschwankungen aus. Solche Indizes werden daher auch «Angstbarometer» genannt.


    • Der Chicago Board Options Volatility Index (VIX) drückt die erwarteten Schwankungen des S&P500 aus. Im 10-jährigen Durchschnitt liegt der VIX bei rund 22% (Abbildung rechts, schwarze Linie).


    • Normalerweise ist der Spotpreis tiefer als die Futures-Preise, und die Schwankungsbreite steigt im Zeitverlauf an. In Stresssituationen wie dem Lehman-Crash (schwarz) oder dem Erdbeben in Japan (hellblau) sind die Spotpreise sehr hoch, während die Futures-Preise Richtung Normalität tendieren


    Der VIX liegt unter dem 10-jährigen Durchschnitt

    Quelle: Bloomberg


    • Fazit:

    Aktuell liegt der VIX rund 4% unter dem zehnjährigen Durchschnitt. Die Euro-Krise und die schwachen Aktienmärkte lassen sich bisher also nicht an einer höheren Nervosität der Marktteilnehmer ablesen. In den kommenden Monaten dürften die Volatilitäten aber spürbar ansteigen.


    http://www.vermoegenszentrum.ch

    (Hier kann man das Wochenprotokoll abonnieren. Ist noch interessant)

  • Re: Volatilität?

    Speedy3 wrote:

    Quote

    Wie nimmt die Volatilität eigentlich wieder ab. Nur bei steigenden

    oder auch bei sinkendem Kurs, oder bei Beidem?

    Für Antworten bin ich Euch dankbar.


    Nun, warum sinkt die Volatilität eher bei steigenden als bei fallenden Kursen? Die Begründung findet sich in der Varianzformel (Wurzel aus Varianz = Volatilität). Dabei errechnet sich die Varianz als mittlere quadratische Abweichung.


    Oder anders formuliert: Man errechnet aus X Daten den Mittelwert. Dies stellt den Erwartungswert dar. Nun zieht man von jeder beobachteten Rendite den Erwartungswert ab und quadriert das Ergebnis. Diese Rechnung nimmt man für jede Renditebeobachtung vor und bildet daraus die Summe. Am Schluss teilt man durch die Anzahl Beobachtungen und erhält die Varianz. Zieht man davon noch die Wurzel erhält man die Standardabweichung bzw. Volatilität.


    Nun, tendenziell ist es so, dass der Erwartungswert von Anlagepapieren im Schnitt positiv ist.


    Und damit kommen wir auch schon zum "technischen" Grund warum steigende Kurse eher zu einer sinkenden Vola führen als sinkende.


    Beispiel:


    rt = 5%

    E ( r ) = 10%


    (5 - 10)^2 = 0.25%


    Beispiel 2:


    rt = -5%

    E ( r ) = 10%


    (-5 - 10)^2 = 2.25%


    Mit diesem Beispiel wird ersichtlich: Bei einem positiven Erwartungswert führt eine positive Renditezahl zu einer niedrigeren Vola als eine negative.


    Nun dies soviel zur Berechnung der historischen Volatilität. Was dich bei Optionen aber interessiert ist die implizite Volatilität - also die zukünftige Volatilität resp. die von den Marktteilnehmer erwartete Volatilität.


    Diese wird einerseits sicherlich durch historische Volatilitäten getrieben, andererseits fliessen aber hier eben Zukunftserwartungen mit ein. Wann diese Vola fällt oder steigt, kann man pauschal nicht sagen. Tendenziell ist es aber so, dass bei sowieso schon sehr volatilen Aktien, die implizite Vola bei den Optionen auch schon sehr hoch ist.