War der Absturz vorhersehbar?

  • Edi hat geschrieben, "gewiefte Charttechniker" hätten den Absturz voraussagen können. Konnte man das?


    Aus meiner Sicht nein, zumindest nicht in diesem Ausmass. Aber ein Short-Setup war bereits vor über einer Woche gegeben.


    Besonders gewieft musste man dabei gar nicht sein! Ich habe mit Puts im Jahr 2003 viel Geld verloren und seither die Finger von Puts gelassen (ausser kleines Intradaygeplänkel) und mich statt dessen auf Gold (+Minen) konzentriert.


    Aber am 11. Mai bin ich zum ersten mal seit Jahren wieder short gegangen. und zwar volle Kanne, die ganze Palette: Dow, Nasdaq, DAX und SMI.


    Warum? Gucken wir den Chart mal aus Sicht von damals an (ich habe alles nach dem 10. Mai rausgelöscht):


    [Blocked Image: http://board.cash.ch/bb/files/smi_may11_206.png]


    Man beachte zunächst mal den MACD unterhalb des Charts: Was fällt auf? Der MACD hat zwar immer noch seine Aufs- und Abs. In der Gesamtheit jedoch ist die Kurve am fallen. Das nennt sich bärische Divergenz. In einfachen Worten ausgedrückt bedeutet nichts anderes als dass der Schwung, die Kraft der Hausse nachlässt.


    Solange wir dabei beim Kurs des SMI jeweils höhere Tiefs und höhere Hochs haben, ist dies nichts weiter als ein Warnsignal aber noch kein Short-Setup. Ich selbst habe ja hier am 23. April noch geschrieben, ein "Sell in May" werde es nicht geben, ABB werde auf 16.80 absacken und dann auf 20 drehen. Insofern also eine grobe Fehleinschätzung meinerseits. Und dennoch war ich am 11. Mai auf der richtigen Seite.


    Warum?


    Ich halte es für lebenswichtig - und das ist eine der Messages, die ich mit diesem Posting rüberbringen möchte - dass man nicht stur an seiner Einschätzung von gestern festhält sondern flexibel auf den Markt reagiert. Oder um es mit Konrad Adenauer auszudrücken: "Was interessiert mich der Scheiss, den ich gestern erzählt habe."


    Zurück zum Chart vom 10. Mai.

    Wir wissen, dass sich alle Trader am 10. Mai exakt diesen Chart angeschaut haben. Und alle sehen dasselbe: Eine bärische Divergenz im MACD. Also haben alle mal grundsätzlich den Finger in der Nähe des Sell-Buttons.


    Was sehen wir weiter? Wir sehen ein Tripple-Top bei etwas über 8100 Punkten!

    Bei den vorangegangenen Tops hatten wir jeweils höhere Tops. Im Dezember bei 7650, im Januar bei 7840, Ende Februar bei 8050. Im Januar musste man sich keine Sorgen machen, wenn der SMI von seinem Hoch von 7840 abrauschte. Der Bullenmarkt war ja noch in Ordnung. Verunsicherte Bullen dürften ein Stop-Loss bei etwa 7580 (der blauen MA50) plaziert haben. Trader sind vielleicht mit Ziel 7600 short gegangen und Langfristanleger sind ohnehin drin geblieben. Anlass zur Sorge gab es damals aber noch nicht.


    Ein kleines Warnsignal kam im März. Das März-Hoch war nur noch einen Hauch über dem Februar-Hoch, das erste April-Hoch nur noch einen Hauch über dem März-Hoch. Dann das erste Doppel-Top Ende April. Kein neues Hoch mehr. Hat die Börse keine Kraft mehr?


    Ein neuer Versuch im Mai. Am 10. Mai der bange Moment für Bullen und Bären: Wird das Doppeltop vom April überboten? Wenn ja, geht die Reise nach Norden weiter. Wenn nein, haben wir ein bestätigtes Top im mittel- und langfristigen Rahmen.


    Nochmals zurück zur Psychologie der Trader und der Charttechnik: Tausende von Investoren, Fonds-Managern und Kleinanlegern haben sich dieses Chart betrachtet. Sie haben die GD50, den MACD und die SlowStoch angeschaut. Sie haben die bärische Divergenz erkannt. Sie haben wie die Schlange auf's Kaninchen geschaut, ob ein neues Hoch kommt oder nicht. Kaufsignal oder Verkaufssignal. Jeder wusste, dass die Tage nach dem 10. Mai eine Entscheidung bringen mussten. Der Finger rückt bereits etwas näher zum Sell-Button.


    Am 11. Mai kam dann die Antwort: Nein, der SMI hat's nicht geschafft, ein neues Hoch zu generieren. Also Verkaufen!


    Die Anzahl der Sell-Buttons, die gedrückt wurden, ist in etwa abschätzbar. Am 11. Mai sackte der SMI um gut 100 Punkte ab und durchschlug die als Unterstützung gedachte blaue MA50 wie Butter!


    Bärenfalle? Der nächste Tag liefert bereits die Bestätigung: Die nächste Unterstützung, die MA100 wird ebenfalls mühelos gebrochen. Wer's bis jetzt noch nicht gemerkt hat, steigt spätestens jetzt aus.


    Und wie weiter? Die nächste grosse Unterstützung ist die MA200 und die liegt bei 7450.

    Hält die MA200? Wenn ja, ist der Bullenmarkt zumindest langfristig noch in Ordnung. Wenn nicht, wechseln wir in den Bärenmarkt-Modus.


    Werden wir überhaupt die 7450 erreichen?


    Hans meinte vorgestern hierzu:

    "..erzähl keinen Quatsch von wegen 74xx ... !"

    Quelle: http://forum.cash.ch/~Board3/read?131165,7


    Aber ist es wirklich Quatsch?


    Ich konnte, wie eingangs erwähnt den Absturz in seiner Heftigkeit auch nicht voraussehen. Aber ich wusste, dass ich am Hoch mit relativ bescheidenem Risiko einen Short eingehen kann mit Ziel von etwa 7980.

    Hätte es ein neues Hoch gegeben, wäre ich mit Verlust von etwa 20 Punkten ausgestoppt worden. Andernfalls winkt ein Gewinn von 100 Punkten. Im Future-Handel ein gutes Preis/Risiko-Verhältnis. Dass der SMI so gnadenlos durch alle Widerstände nach unten durchgeknallt ist, hat mich aber (fast) genau so überrascht, wie jeden von Euch.




    Ich will niemandem vorschreiben, welche Erkenntnisse er aus diesem unerwarteten Absturz ziehen will aber ich persönlich sehe zwei wichtige Aspekte:


    Zum einen - wie oben schon erwähnt - die eigene Psychologie. Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass ich bullisch für SMI, Newmont Minint, ECEN, Quadrant oder ABB bin (oder bärisch). Aber ich muss damit rechnen, dass ich in meiner Einschätzung falsch liege und mir einen Ausstiegspunkt definieren.


    Erfahrene Trader - und damit käme ich zum zweiten Punkt - tun dies. Dabei nehmen sie die Charttechnik zu Hilfe. Wahrscheinlich haben viele Trader ihre eigene Charttechnik entwickelt. Ich selbst habe auch ein paar Jahre mit diversen Mischungen aus Indikatoren rumexperimentiert. Herausgekommen ist, dass die klassischen Indikatoren wie GD, MACD und Slow Stoch die zuverlässigsten sind.


    Warum? Weil sie von den meisten Tradern beachtet werden.


    Und jetzt können wir beide Punkte kombinieren: Wenn wir die Charttechnik einigermassen kennen, dann wissen wir, an welchen Punkten die Mehrzahl der Profis kauft oder verkauft.


    Als da wären:

    * Durchbrechen einer GD (50, 200)

    * Klassische Top- und Bodenbildung (Doppel- oder Tripple- Bottom/Top)

    * Wendepunkte in MACD und SlowStoch.


    Die meisten Trader setzen z.B. ihre bullischen Stop-Losses knapp unterhalb der nächsten GD; oder die bärischen knapp oberhalb des letzten Tops.


    Wissen wir also, wo diese Limit-Entries und Stop-Losses sitzen, dann können wir davon ausgehen, dass ein Durchbruch dieser Punkte zu einem Kauf- bzw. Verkaufsrausch führt.


    Dabei lassen wir es einfach mal dahingestellt, ob dieser Rausch fundamental gerechtfertigt ist oder nicht.


    Wir können uns nun den Profis anschliessen, diese Marken akzeptieren und entsprechend die Positionen in die jeweils richtige Richtung drehen oder (falls wir diese Marken nicht erkennen oder erkennen wollen) auf stur schalten, mit Unverständnis dem Geschehen hinterhergucken und Durchhalteparolen verbreiten.


    Welchen Weg jeder für sich uns seine Trading-Entscheide gehen will, muss der betreffende selbst wissen. Eigene Fehler sofort zu erkennen und entsprechend zu reagieren ist psychologisch schmerzhaft aber finanziell lukrativ.


    Somit muss jeder für sich die Frage beantworten, was er an der Börse eigentlich will: Geld verdienen oder Ego-Trip?


    Marcus


    ---


    Hier zum Vergleich noch der unverfälschte SMI-Chart inkl. Absturz ;)




    [Blocked Image: http://board.cash.ch/bb/files/smi_979.png]

  • War der Absturz vorhersehbar?

    Zu vollen 100% war er nicht voraussehbar aber es gab mehr als genügend Warnzeichen:


    - auf gute Resultate und Meldungen reagierten Aktien seit fast 2 Wochen nicht mehr wirklich positiv

    - auf schlechte Meldungen hin reagierten sie dagegen meist weitaus deutlicher als erwartet

    - im Forum waren beinahe keine Meldungen mehr gefragt sondern nur noch rein subjektive Einschätzungen ohne Begründung

    - im selben Forum waren selbst nach 10% Minus noch weit mehr Durchhalterparolen zu lesen als Warnungen

    - Warner wurden belächelt, siehe nur im Fall ABB, obschon da nirgends je etwas von "schlechter Aktie" zu lesen war


    Langer Rede kurzer Sinn: Börse ist zu 70% Psychologie, wie der wahre Kostolany vor fast zwei Jahrzehnten richtig festgestellt hat. Unser junger Kostolani im Forum wird dies noch lernen müssen, er ist ein Paradebeispiel gerade für diese Seite der Börse. Da braucht es keine ellenlangen Abhandlungen, der Mensch ist und bleibt Mensch. Und dadurch relativ gut einschätzbar.


    tt

    Dummheit stirbt nie aus!

  • War der Absturz vorhersehbar?

    "TubbelTrader":

    Unser junger Kostolani im Forum wird dies noch lernen müssen, er ist ein Paradebeispiel gerade für diese Seite der Börse.


    Den Jungen fehlt eben ERFAHRUNG und WISSEN.


    Auch vielen (jungen) Managern: Zuerst werden sie in den Himmel gelobt (CEO des Jahres etc.), dann versagen sie jämmerlich!

    Dr. Friederich Adolphus von Muralt

    - "Besser en Ranze vom Frässe als es Buggeli vom Schaffe"

  • @ marcus fabian

    gratuliere

    rein technisch gesehen hast du völlig recht

    aber die börse besteht ja nicht nur aus technik

    mit einer korrektur habe ich auch gerechnet aber nicht in diesem ausmass


    gruss aschi

    Der Erfolg kommt zu dem, der warten kann

  • Übertreibung als Chance nutzen

    Was ich zur Zeit vorallem zu bedenken gebe, ist dass wir zur Zeit ein

    extrem stark psycholisches Moment hatten, welche die Börsen in die Knie

    trieben. Eine sprichwörtliche Übertreibung.

    Die Fakten sprechen eine andere Sprache, die Unternehmen schreiben

    immer noch 2-stellige Gewinnsteigerungen und die Konjunktur läuft wie

    am Schnürchen.


    Eigentlich ist dies eine der besten Gelegenheit schnell Geld zu machen.

    Man sollte also den Kurssturz als Chance betrachten und mit der richtigen

    Positionierung eine starke Gegenbewegung ausnutzen.

  • Re: Übertreibung als Chance nutzen

    Speedy3 wrote:

    Quote
    Was ich zur Zeit vorallem zu bedenken gebe, ist dass wir zur Zeit ein

    extrem stark psycholisches Moment hatten, welche die Börsen in die Knie

    trieben. Eine sprichwörtliche Übertreibung.




    Stimmt. Die Stimmung ist bärischer als auch schon. Und zu Recht. Die Gründe dafür habe ich des öfteren ausführlich dargelegt.



    Quote:

    Quote
    Die Fakten sprechen eine andere Sprache, die Unternehmen schreiben

    immer noch 2-stellige Gewinnsteigerungen und die Konjunktur läuft wie

    am Schnürchen.


    Das ist Augenwischerei und Selbstbetrug der gefährlichsten Sorte. Mag sein, dass das eine oder andere Unternehmen zweistellige Gewinne einfährt. Aber das beschränkt sich auf einzelne Firmen und die sind die Ausnahme.


    Zweistellige Gewinne halte ich nur im Finanzsektor für möglich. Denn die Banken bringen das frisch gedruckte Geld in Umlauf.


    Fakt ist, dass das Vertrauen in Papierwährungen sinkt und wir kurz vor Ausbruch einer Rezession stehen. Angefangen in den USA denn das Märchen vom Wirtschaftswachstum dank neu gedruckten Geldes lässt sich nicht mehr lange aufrecht erhalten.



    Quote:

    Quote
    Eigentlich ist dies eine der besten Gelegenheit schnell Geld zu machen.

    Man sollte also den Kurssturz als Chance betrachten und mit der richtigen

    Positionierung eine starke Gegenbewegung ausnutzen.


    Yep, mit Puts!


    Vielleicht kommt sie, Deine Gegenbewegung. Das ist sogar recht wahrscheinlich. Die Frage lautet aber, ab welchem Niveau!


    Das meiner Meinung nach wahrscheinlichste Szenario lautet Absturz auf 7450 (also die GD200), danach Erholung auf 7700 bis 7800 (typisches 38% bis 50% Fibo-Retracement).


    Vielleicht durchbricht der SMI auch die GD200 nach unten? Dann siehts bitter aus, denn die GD200 wird dann zum Widerstand.


    Oder aber der SMI dreht bereits vorher?




    Ich weiss es auch nicht. Aber ich werde keinesfalls ins fallende Messer hinein kaufen (bzw. meine Shorts glattstellen). Ich warte einfach auf den Boden. Und der wird von den Indikatoren einigermassen zuverlässig angezeigt.

  • Re: Übertreibung als Chance nutzen

    ASCHI wrote:

    Quote
    die börse besteht ja nicht nur aus technik


    Genau diese Meinung habe ich selbst auch recht lange (vll. 2 Jahre) vertreten, musste mich dann aber eines besseren belehren lassen, denn


    1. ist in den Charts das Verhalten von Tausenden oder gar Millionen von Tradern nachzulesen: Ihre Angst, ihre Gier, ihre Zufriedenheit, ihre Panik und vor allem Ihre Erwartung der Zukunft.


    2. Wie ich schon im Eingangsposting angedeutet habe, ist die Charttechnik eine selbsterfüllende Prophezeihung! Nimm als Beispiel mein vorangegangenes Posting, meine Antwort an Speedy:

    Jeder, der seine Trading-Entscheidungen charttechnisch begründet (und das sind rund 90% des Marktkapitals mit teilweise automatischen Handelssystemen) beurteilt die Lage ähnlich wie ich. Er sieht ja auch denselben Chart.


    Er wird im SMI-Chart nach Unterstützungen suchen. Die nächste grosse findet er bei der GD200. Wird er also oberhalb der GD200 einsteigen? Nein, wird er nicht. Wozu auch, wenn er den SMI mal günstiger kaufen kann?


    Wenn er bullisch ist, wird er knapp oberhalb der GD200 einen Drittel long gehen. Bei der GD200 dann einen weiteren Drittel investieren und wenn der SMI dort nach oben abprallt den letzten Drittel einsetzen.


    Er muss aber damit rechnen, dass seine Annahmen auf einen Trendwechsel falsch waren. Deshalb wird er unterhalb der GD200 ein Stop-Loss setzen, um notfalls mit kleinem Verlust aus seinem Investment rauszukommen.


    Natürlich gibt es auch andere Einstiegsmarken, Pivots und Unterstützungslinien. Aber nehmen wir der Einfachheit halber mal an, die GD200 sei die einzige und 90% der Trader verhalten sich genau so wie beschrieben.


    Was passiert nun?

    :arrow: Zunächst wird der Sturz in Richtung GD200 weitergehen. Denn keiner Investiert so weit oberhalb.

    :arrow: Knapp oberhalb setzt der Kurs dann zum Landeanflug an. Der Absturz wird durch Käufe gebremst. Genau so wie die Bullen ihren ersten Drittel long gehen, stellen die Shorties ihre Positionen teilweise glatt, um Gewinne mitzunehmen.

    :arrow: An der GD200 selbst setzen dann Käufe ein und der Kurs springt nach oben.


    Bis hier hin hat sich die Prophezeihung dann erfüllt.


    :arrow: Nun kommt es darauf an, wie stark das Vertrauen in den SMI ist. Gibt es - wie Speedy meint - einen rasanten Anstieg nach oben?

    :arrow: Findet ein Kampf zwischen Bullen und Bären statt, der sich dahingehend äussert, dass die GD200 mehrmals nach unten und oben durchbrochen wird?

    :arrow: Brichte der SMI durch und die Kurse sacken schnell in den Keller? Unterhalb der GD200 liegen ja viele Stop-Losses, die dann nacheinander ausgelöst werden.




    Jetzt habe ich viel geschrieben und nichts gesagt: Denn ich weiss auch nicht, wie sich die Kurse um die GD200 herum verhalten werden.


    Aber muss ich das jetzt wissen, um Geld zu verdienen?


    Ich behaupte mal dass die GD200 mit hoher Wahrscheinlichkeit (70%?) ein Ziel ist, das der SMI ansteuert. Punktum. Das bedeutet vorerst: Die Kurse sinken und es liegt noch Abwärtspotential von gut 120 Punkten drin.


    Ist dieses Ziel erreicht, steige ich aus den Shorts aus, denn ich weiss nicht wie sich der SMI um die GD200 verhalten wird. Unsicherheit ist immer ein Grund, auszusteigen und zuzusehen.


    Wenn der SMI nach oben dreht, warte ich auf drei grüne Kerzen und steige dann long ein mit Stop-Loss bei der GD200.


    Geht's mindestens 50 Punkte unter die GD200, gehe ich wieder short.


    Das nur ganz grob, denn ich werde natürlich das Momentum beobachten, also die Geschwindigkeit, mit der die Kurse steigen oder fallen.

    Ich werde auch die Anatomie der Kurve bei der GD200 betrachten: Ist sie V-förmig oder flach wie eine Suppenschüssel?


    All dies sind Faktoren, die es mir - wenn es denn soweit ist - ermöglichen, die Richtung und das Risiko abzuschätzen. Ob das Ergebnis long oder short sein wird, ist mir im Moment eigentlich egal.


    Soweit zur Charttechnik.


    Was für mich natürlich auch wichtig ist, sind die fundamentalen Fakten. Und dann landen wir bei den ganzen Kombinationen und Abhängigkeiten zwischen dem SMI und anderen Börsen, Wechselkursen, Rohstoffpreisen, Zinsen und Inflation ...

    Aber das habe ich alles schon fein säuberlich an anderer Stelle ( http://www.boersenportal.ch/forum/ ) ausgeführt ;)

  • COT-Daten

    Na also, da kriegt meine Theorie, dass es weiter runter geht doch tatsächlich noch Unterstützung von den Big-Boys :P :P


    [Blocked Image: http://www.stock-channel.net/scn/mrabc/cot.jpg]


    Wer die COT-Daten nicht interpretieren kann, möge sich bitte hier informieren: http://www.stock-channel.net/s…d/showthread.php3?t=10576


    Kurz zu den aktuellen COT's: Die COMMS haben sowohl im Dow, SP500 und NDX ihre Shorts ausgebaut. Die Large-Trader und die Kleinanleger stehen mit ihren Longs gegenüber.

    Da die COMMS bei den Indizes immer als Vorläufer richtig liegen, spricht dies für sinkende Kurse an den Aktienmärkten.


    Bei Gold und Silber sind die COMMS bereits am Covern. Hier dürfte bald der Boden erreicht sein.


    Beim Öl dürfte ein Top, beim Erdgas ein Boden erreicht sein.


    Der Dollar dürfte sich gegenüber dem CHF demnächst erholen.

  • Schauen wir mal.....

    Schauen wir mal wie am Montag morgen die US-Futures und

    die Asienbörsen eröffnen.


    Gretchenfrage: Sobald die Initialzündung für die Gegengewegung

    kommt, kann es dann sehr rasch gehen und die Shorties bekommen

    echten Stress.

  • Kurs-Zickzack

    ABB, oder auch Apple, haben nach intensiven Abwärtsbewegungen am letzten Wochentag, am Freitag eben, plötzlich nach oben gedreht, recht radikal sogar, über drei Prozent bei ABB. Es wurde also über eine Milliarde Franken wieder eingeschossen!

    Wie ist das zu interpretieren? Sind da nicht all jene, die den Kurs wieder hinauftreiben, der Ansicht, dass die Kurse wieder steigen und dass hier nun ein guter Kaufpunkt ist? Und was bewirkt es auf all die, die das sehen? Die müssten doch auch auf diesen Schluss kommen und weiter einschiessen?

    Es gibt noch Schlimmeres.

  • Weiter so im neuen Forum!

    Habe mich bis heute nie mit Charttechnik befasst, finde den Zeitpunkt und die Erläuterungen dazu äusserst interessant und werde das Ganze sehr genau verfolgen. Vielen Dank!

    Übrigens finde ich dass, das neue Forum mit solchen Beiträgen gut gestartet ist und hoffe, dass wir nun auf gutem Kurs bleiben werden.


    Gruss, Gino

  • Re: Kurs-Zickzack

    Speedy3 wrote:

    Quote
    Sobald die Initialzündung für die Gegengewegung

    kommt, kann es dann sehr rasch gehen und die Shorties bekommen

    echten Stress.


    Interessanter Punkt. Kommt drauf an, wie hoch die Short-Quote, das PCR, ist. Wenn die Short-Quote sehr hoch ist, wird die Gegenbewegung sehr rasch einsetzen und die Kurse explodieren lassen.

    Das PCR (= Put-Call-Ratio) liegt normalerweise um die 0.7. Das heisst 70 Puts auf 100 Calls. In einem übertriebenen Bullenmarkt kann es auf 0.4 absacken. Ist die Stimmung übertrieben bärisch, kommt das PCR auf Werte über 0.9 bis sogar 1.0.


    Ich bin Deinem Gedanken mal nachgegangen: Das PCR liegt per 19. Mai bei atemberaubenden 1.27. Das heisst, wir haben eine ausserordentlich übertrieben bärische Stimmung!


    Es spricht also einiges dafür, dass Du recht hast und - wenn es zur Gegenreaktion kommt - die Kurse nach Norden explodieren werden.


    Ich behaupte allerdings, dass es in erster Linie die Shorties sein werden, die den Fall bremsen. Wenn sie ihre Positionen glattstellen und Gewinne einfahern, dann bedeutet das ja nichts anderes als dass sie leerverkaufte Aktien zurückkaufen.




    learner wrote:

    Quote


    Wie ist das zu interpretieren? Sind da nicht all jene, die den Kurs wieder hinauftreiben, der Ansicht, dass die Kurse wieder steigen und dass hier nun ein guter Kaufpunkt ist? Und was bewirkt es auf all die, die das sehen? Die müssten doch auch auf diesen Schluss kommen und weiter einschiessen?


    Ebenfalls ein guter Gedanke. Um die Fragen zu beantworten, müssen wir das Volumen betrachten: Wenn das Volumen hoch ist, kann man von einem Kaufdruck - wie von Speedy - beschrieben ausgehen.

    Bei Apple lag das Volumen am Freitag bei 35 Mio Aktien, was nur leicht über dem Schnitt liegt. Bei wirklichen Kauforgien erreichte das Volumen 50-80 Mio.

    Insofern kann mich die Kurserholung bei Apple noch nicht überzeugen.


    Betrachten wir den Dow als ganzes, sieht's da besser aus. Das Volumen von 482 Mio Aktien ist weit über dem Schnitt von 300 Mio, und etwa das zweit- oder dritthöchste in diesem Jahr.


    Fassen wir alles zusammen, komme ich zu folgendem Schluss:


    PCR und Volumen deuten darauf hin, dass eine Gegenreaktion (nach Norden) sehr rasant die Kurse nach oben treibt. Da dürfte Speedy also Recht haben.

    Wenn ich andererseits die Indikatoren MACD und Slow-Stoch betrachte, dann haben sowohl Dow als auch SMI noch Potential nach unten. Ich stehe deshalb weiter zu meiner Meinung, dass die jeweiligen GD's noch erreicht werden.


    Zumindest wäre das für Bullen wie Bären der Idealfall! Man hätte eine saubere Korrektur auf die GD und dann kann's so schnell steigen wie es will: Die Bären hätten glattgestellt und die Bullen kämen zu billigen Aktien.


    Dümmer wäre es, wenn die Gegenreaktion zu früh einsetzt. Es gäbe einen Short-Squeeze in dem die Shorties panikartig verkaufen müssten. Die Bullen fühlen sich wieder sicher und kaufen und dann - - - kacken die Kurse dennoch auf die GD200 ab und erwischen alle auf dem falschen Fuss!


    Da die Märkte die Tendenz haben, immer die grösstmögliche Anzahl von Marktteilnehmern zu verarschen, ist das letztgenannte Szenario durchaus realistisch :evil:


    Halten wir soweit fest: Die Mittelfristige Ausrichtung ist übertrieben bärisch. Alle starren auf die sinkenden Kurse, auf MACD, SlowStoch und die GD200 und haben den Finger auf dem Buy-Button. Im Idealfall sinken die Kurse auf die GD200, die Inidkatoren drehen nach oben und wir können getrost kaufen wie gestört.


    Dann gibt es als Drittes das Szenario von Speedy, nämlich dass die Kurse bereits weit oberhalb der GD200 definitiv und massiv nach oben drehen. Wenn dies geschieht, haben wir den langfristigen Bullenmarkt bestätigt und können entsprechend Zuversichtlich mittel- und langfristig long gehen.


    Der Vollständigkeit halber sei hier nochmals als viertes Szenario die Bären-Variante erwähnt. Nämlich, dass die Kurse auch die GD200 nach unten durchbrechen. In diesem Fall heisst die Devise ganz klar: VERKAUFEN! und Finger weg von Aktien, bis die GD200 wieder nach oben durchbrochen wurde.




    ---


    Wie traden wir das nun?


    Wer long ist, soll entweder sofort verkaufen oder aber ein Stop-Loss unterhalb der GD200 seiner Aktie(n) setzen.


    Wer short ist, zielt auf die GD200 und setzt ein Trailing Stop auf dem Weg nach unten bei etwa 1-2% (je nach Vola).


    Wer flat ist, wartet ab was passiert. Er achtet auf Slow-Stoch und MACD und steigt long ein, wenn beide nach oben drehen. Short, wenn die GD200 nach unten durchbrochen wurde oder - nach verfrühter Gegenreaktion - die SlowStoch und MACD wieder nach unten durchsacken.

  • War der Absturz vorhersehbar?

    Jetzt wird's spannend: SMI steht derzeit bei 7490 also nur noch knappe 34 Pünktchen oberhalb der GD200 (7456).


    Noch ein bisschen down und dann up up and away ! ?

  • GD200 vs. Börsenpsychologie

    Ich habe gerade den Eindruck, dass der Fall nun in der Woche zwei eine härtere Eigendynamik hat, als dass gewiefte Börsenleuten noch anhand der Charts taktieren würden. Es sieht wackelig aus.


    Allmählich erscheint der Crash in allen News, und so werden diese Woche alle ihre Schäfchen ins Trockene bringen wollen. Das negative Momentum gewinnt an Wucht, mit jedem schlechten Börsentag.


    Aus den Bloomsberg-News: "People are starting to look out and say, `Earnings aren't growing as fast, interest rates may have to rise further and longer than people thought . ... Once you start that kind of death spiral, selling begets bad performance begets more selling.''


    Der Verkauf zeugt mehr Verkauf. Wenn dann der Downtrend beendet ist, erwarte ich eine kleine Zwischenfreude, bevor noch einmal abgespeckt wird, wie es doch bei solchen Baissen läuft.


    Kommt hinzu, dass die westliche Welt aus verschiedenen Gründen momentan recht desillusioniert und orientierungslos ist. Der neue Weg zeigt sich noch nicht.

    Es gibt noch Schlimmeres.

  • 24.05.2006

    Ich warte bis Mittwoch und hoffe auf eine Gegenreaktion...


    Zahltage stehen an und manche werde dann nachkaufen etc.

    Mit mir wirst du nie hungrig sein.

  • SMI doch unter 7'000?

    In einem Forum stand kürzlich, dass der SMI noch unter die 7'000 fallen wird. Jetzt glaube ich dann fast noch daran.

    Dr. Friederich Adolphus von Muralt

    - "Besser en Ranze vom Frässe als es Buggeli vom Schaffe"

  • Re: SMI doch unter 7'000?

    Friederich wrote:

    Quote
    In einem Forum stand kürzlich, dass der SMI noch unter die 7'000 fallen wird. Jetzt glaube ich dann fast noch daran.


    Yep, das war Syracus ;)

  • GD200 ist gefallen!

    Kurz vor Börsenschluss hat der SMI die GD200 (die stand bei 7456) nach unten durchbrochen.


    Entsprechend hat das eine regelrechte Verkaufslawine (die weiter oben erwähnten Stop-Losses) ausgelöst. Derzeit stehen wir rund 40 Punkte drunter.


    Jetzt kommt's drauf an: Erobern wir die GD200 zurück, dann geht's wie geplant nach oben. Das wird allerdings schwierig, denn Dow und DAX sind noch auf dem Weg nach unten und ich zweifle sehr, dass sich der SMI diesem Trend entziehen kann.


    Im Moment lautet das Kredo demnach: Nix wie raus und Puts nachladen (wer nicht schon hat) ;)

  • War der Absturz vorhersehbar?

    Meine Bank sieht den SMI Ende Jahr bei 7800! Die gleiche Bank sieht in 12 M ABBN bei 21.- und ZFS bei 325.- ! Wau.

    André